Anlage EÜR 2015: Neue Formulare für Personengesellschaften (GbR)

 - 

Das Bundesfinanzministerium hat den amtlichen Vordruck der Anlage EÜR bekannt gegeben. Für Personengesellschaften (GbR) hat sich der Fiskus drei neue Formulare ausgedacht – abgesehen davon bleibt alles beim Alten.

Die drei neuen Anlagen zur Anlage EÜR müssen nur von Personengesellschaften (GbR) abgegeben werden, die zur Verteilung des Gewinns auf ihre einzelnen Gesellschafter eine "Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen" ausfüllen müssen.

Allein arbeitende Freelancer, Freiberufler und Gewerbetreibende, die ihren Gewinn per EÜR ermitteln, müssen die neuen Anlagen nicht ausfüllen.

Neu: Anlage ER (Ergänzungsrechnung)

Eine Anlage ER ist lediglich zu übermitteln, wenn tatsächlich Wertkorrekturen vorzunehmen sind.

Durch die Ergänzungsrechnung werden individuelle Anschaffungskosten des einzelnen Gesellschafters für Wirtschaftsgüter des Gesamthandsvermögens abgebildet bzw. personenbezogene Steuervergünstigungen korrigiert. Es handelt sich um Korrekturposten des Beteiligten zu den Ansätzen in der Gewinnermittlung der Gesellschaft/Gemeinschaft.

Im Bereich Mehrbeträge (Zeile 6–19) sind Eintragungen vorzunehmen, wenn z.B. die einem Gesellschafter zuzurechnenden Anschaffungskosten für ein Wirtschaftsgut höher sind, als der auf den Gesellschafter entfallende anteilige Buchwert des Wirtschaftsguts in der Gewinnermittlung der Gesellschaft/Gemeinschaft.

Im Abschnitt Minderbeträge (Zeile 21–33) sind Eintragungen vorzunehmen, wenn z.B. die einem Gesellschafter zuzurechnenden Anschaffungskosten für ein Wirtschaftsgut niedriger sind, als der auf den Gesellschafter entfallende anteilige Buchwert des Wirtschaftsguts in der Gewinnermittlung der Gesellschaft/Gemeinschaft.

Neu: Anlage SE (Sonderberechnung)

Eine Anlage SE ist nur zu übermitteln, wenn tatsächlich Sonderbetriebseinnahmen und/oder Sonderbetriebsausgaben angefallen sind.

Als Sonderbetriebseinnahmen (Zeile 7–9) kommen insbesondere sog. Sondervergütungen in Betracht. Dies sind Vergütungen, die der Gesellschafter von der Gesellschaft erhalten hat für

  • seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft (z.B. Geschäftsführervergütung),

  • die Hingabe von Darlehen (z.B. Zinsen) und/oder

  • die Überlassung von Wirtschaftsgütern (z.B. Miete).

Sonstige Sonderbetriebseinnahmen (Zeile 10) sind beispielsweise

  • Einnahmen von Dritten für Wirtschaftsgüter, die dem Sonderbetriebsvermögen zugehörig sind, (z.B. Zinseinnahmen bei Wertpapieren) oder

  • Einnahmen, die der Beteiligte aufgrund seiner Gesellschafterstellung erhält (z.B. Vorteilsgewährungen).

Sonderbetriebsausgaben (Zeilen 18–63) eines Gesellschafters sind Aufwendungen, die

  • im Zusammenhang mit Wirtschaftsgütern des Sonderbetriebsvermögens oder Sonderbetriebseinnahmen bzw. Sondervergütungen stehen oder

  • in sonstiger Weise durch die Beteiligung an der Gesellschaft verursacht sind.

Neu: Anlage AVSE (Anlageverzeichnung zur Anlage SE)

Die Anlage AVSE ist nur zu übermitteln, wenn tatsächlich Sonderbetriebsvermögen vorliegt. Das sind Wirtschaftsgüter, die nicht Gesamthandseigentum sind, sondern einem, mehreren oder allen Beteiligten gehören und dem Betrieb der Gesellschaft oder der Stärkung der Beteiligung des Gesellschafters dienen.

Die Anlagen ER, SE und AVSE sind für jeden betroffenen Gesellschafter gesondert zu übermitteln.

Welche Formulare gehören zur Steuererklärung einer Personengesellschaft?

Die Ermittlung des steuerlichen Gesamtgewinns einer Personengesellschaft umfasst jetzt also folgende Berechnungen:

Einnahmenüberschussrechnung der Personengesellschaft: Die betrieblichen Geschäftsvorfälle der Personengesellschaft sind in der Anlage Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR) zu erfassen. Im Eigentum der Gesamthand stehende Wirtschaftsgüter sind im Anlageverzeichnis der Gesamthand (Anlage AVEÜR) auszuweisen.

Ergänzungsrechnung des Gesellschafters: Für einzelne Gesellschafter vorzunehmende Korrekturen zu den Wertansätzen der Wirtschaftsgüter des Gesamthandsvermögens (z.B. beim Gesellschafterwechsel) sind in einer sog. Ergänzungsrechnung (Anlage ER) darzustellen.

Sonderberechnung des Gesellschafters: In der Sondergewinnermittlung (Anlage SE) sind die Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben des Gesellschafters zu erfassen. Das sind Erträge und Aufwendungen des Gesellschafters, die z.B. durch seine Beteiligung an der Gesellschaft veranlasst sind. Im Eigentum des Gesellschafters stehende Wirtschaftsgüter sind im Anlageverzeichnis des Gesellschafters (Anlage AVSE) auszuweisen.

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.