Alterseinkünftegesetz ist beschlossene Sache!

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Egal ob Sie Angestellter, Beamter oder Selbstständiger sind - das Alterseinkünftegesetz wird fast jeden von Ihnen betreffen. Die letzten strittigen Punkte wurden jetzt geklärt, das Gesetz kann pünktlich zum 1.1.2005 in Kraft treten.

Darum geht es: Von den jetzigen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung über die private und betriebliche Altersvorsorge bis hin zu den späteren Rentenzahlungen - aus steuerlicher Sicht wird sich durch das Alterseinkünftegesetz alles ändern:

  • Von 2005 bis 2039 wird die Besteuerung der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung schrittweise angehoben. Ab 2040 werden sie schließlich voll besteuert. Die Beiträge sind dafür dann steuerfrei (sog. nachgelagerte Besteuerung ).
  • Für die jetzigen Rentner und die, die es bis Ende 2005 werden, gilt: Rentenzahlungen bis ca. 18.900,- Euro / 37.800,- Euro (Alleinstehende / Verheiratete) bleiben grundsätzlich steuerfrei (Bundesfinanzministerium, Pressemitteilung Nr. 78/04).
  • Derzeit gilt: Läuft der Vertrag für eine Kapitallebensversicherung mindestens zwölf Jahre, sind die Auszahlungen steuerfrei. Für Verträge, die ab dem 1.1.2005 abgeschlossen werden, wird dieses Steuerprivileg so gut wie abgeschafft. Die ausgezahlten Beträge sind grundsätzlich in voller Höhe steuerpflichtig.
    Die Ausnahme: Läuft der Vertrag länger als zwölf Jahre und wird die Versicherungssumme erst nach dem 60. Lebensjahr ausbezahlt, soll nur die Hälfte der ausgezahlten Beträge steuerpflichtig sein (sog. Halbeinkünfteverfahren).
  • Die Riester-Rente wird vereinfacht. Sie müssen zum Beispiel die Zulage nicht mehr jedes Jahr beantragen, sondern stellen einen sog. Dauerzulageantrag, der auch für zukünftige Jahre gilt. Darüber hinaus werden Unisex-Tarife eingeführt: Frauen und Männer bekommen bei gleichen Beiträgen die gleiche Rente ausbezahlt.
  • Auch bei der betrieblichen Altersversorgung wird zur nachgelagerten Besteuerung übergangen: Für Neuverträge, die ab dem 1.1.2005 abgeschlossen werden, gilt: Die Beiträge zum Beispiel zu einer Direktversicherung sind steuerfrei, die ausgezahlten Beträge werden voll besteuert.
  • Bei den Vorsorgeaufwendungen wird ab 2005 unterschieden zwischen Altersvorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Rentenversicherung) und sonstigen Vorsorgeaufwendungen (z.B. Haftpflichtversicherung). Die Unterscheidung ist wichtig, weil es verschiedene Höchstbeträge geben wird:

    • Altersvorsorgeaufwendungen sind in 2005 bis zu 12.000,- Euro abziehbar. Dieser Höchstbetrag wird schrittweise erhöht. Ab 2025 können bis zu 20.000,- abgezogen werden.
    • Angestellte und Beamte können sonstige Vorsorgeaufwendungen bis zu 1.500,- Euro absetzen, Selbstständige bis zu 2.400,- Euro.


Der Gesetzgeber möchte hier sicherstellen, dass durch die Neuregelung niemand benachteiligt wird. Deshalb wird es eine sog. Günstigerprüfung geben. Mit dieser wird geprüft, ob für Sie das alte oder das neue Recht günstiger ist.

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