Änderung bei der 1%-Regelung: BMF-Schreiben zu Nachweispflichten ist endlich da!

 - 

Rückwirkend zum 1.1.2006 wurde die Anwendung der 1%-Regelung zur Ermittlung des Privatanteils beim Betriebs-Pkw auf Fahrzeuge des notwendigen Betriebsvermögens beschränkt. Die Änderung hat nicht nur zu Ärger, sondern auch zu Verwirrung und Unverständnis geführt. Jetzt hat das Bundesministerium der Finanzen in einem Schreiben geklärt, welche Pflichten Selbstständige erfüllen müssen, um eine betriebliche Nutzung nachzuweisen (BMF-Schreiben vom 7.7.2006, Az. IV B 2 - S 2177 - 44/06/IV A 5 - S 7206 - 7/06).

In diesem Schreiben stellt das BMF zunächst fest, dass Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie Familienheimfahrten weiterhin zur betrieblichen Nutzung gehören.

Der Nachweis der betrieblichen Nutzung kann »in jeder geeigneten Form« erfolgen. Dazu gehören:

  • Eintragungen in Terminkalendern,
  • Abrechnung gefahrener Kilometer gegenüber den Auftraggebern,
  • Reisekostenaufstellungen,
  • andere Abrechnungsunterlagen.

Es ist also nicht erforderlich, ein Fahrtenbuch zu führen! Formlose Aufzeichnungen über einen (zusammenhängenden) Zeitraum von drei Monaten reichen völlig aus. Sie müssen dabei nur Anlass und Strecke der betrieblichen Fahrten notieren und die Kilometerstände zu Beginn und Ende des Aufzeichnungszeitraums (also der drei Monate) festhalten.

Bei bestimmten Berufen wird außerdem automatisch davon ausgegangen, dass der Betriebs-Pkw zu mehr als 50% betrieblich genutzt wird und auf einen Nachweis verzichtet. Dazu gehören z.B. Taxiunternehmen, Handelsvertreter, Handwerker der Bau- und Baunebengewerbe und Landtierärzte.

Wenn Ihre Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und die Familienheimfahrten bereits mehr als 50% der Jahreskilometerleistung Ihres Betriebs-Pkw ausmachen, müssen Sie ebenfalls keinen Nachweis führen.

Steuertipp
Haben Sie den Nachweis einmal erbracht und es ergeben sich keine wesentlichen Veränderungen bei Ihrer selbstständigen Tätigkeit, geht das Finanzamt auch für die folgenden Veranlagungszeiträume vom nachgewiesenen Nutzungsumfang aus. Sie brauchen also nicht jedes Jahr für drei Monate Ihre Fahrten aufzuzeichnen.

Weitere News zum Thema

  • Steueränderungen ab 2017

    [] 2017 treten einige Änderungen hinsichtlich Formalitäten und Nachweisen in Kraft, die wir Ihnen hier kurz vorstellen. mehr

  • Steuertermine Dezember 2016

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Mehr netto mit Lohnsteuer-Freibeträgen: jetzt kostenlose Software nutzen

    [] Statt einmal im Jahr können Sie Ihre Steuerrückerstattung auch monatlich erhalten: Wer beispielsweise Kinderbetreuungs- oder Unterhaltskosten hat, regelmäßig spendet oder weit zur Arbeit fahren muss, bezahlt Monat für Monat zu viel Lohnsteuer. Erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr erhalten Sie die zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurück. Das muss nicht sein! mehr

  • Nach der Trennung die richtige Steuerklasse wählen

    [] Auch wenn Ihre Ehe gerade in die Brüche geht, ist es wichtig, dass Sie sich in steuerlichen Angelegenheiten weiterhin einig sind. Das kann sich für beide Partner auszahlen und Sie müssen weniger Geld zu Rechtsanwälten und Steuerberatern tragen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.