Abzug von Steuerberatungskosten: Alles bleibt wie es ist!

 - 

Steuerfachliteratur, Steuersoftware und andere Steuerberatungskosten können Sie weiterhin teilweise als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen. Daran ändert auch das neueste Urteil des BFH zu diesem Thema nichts.

Steuerfachliteratur (z.B. Ihre Steuertipps) und Steuersoftware (z.B. Ihre Steuer-Spar-Erklärung) gehören zu den "gemischten" Kosten. Zum Glück muss man sagen, denn für diese gibt es eine Vereinfachungsregelung (BMF-Schreiben vom 21.12.2007, BStBl. I 2008, S. 256, Rz. 8):

  • Kosten bis zu 100 Euro dürfen Sie ohne Aufteilung komplett bei einer Einkunftsart Ihrer Wahl abziehen.
  • Bei Kosten von 101 bis 200 Euro dürfen Sie 100 Euro einer Einkunftsart Ihrer Wahl zuordnen. Der Rest bleibt unberücksichtigt.
  • Bei Kosten von mehr als 200 Euro dürfen Sie 50% einer Einkunftsart Ihrer Wahl zuordnen. Die restlichen 50% bleiben unberücksichtigt.
Diese Regelung hat trotz des BFH-Urteils auch weiterhin Bestand.

Private Steuerberatungskosten dürfen Sie dagegen seit 2006 steuerlich gar nicht mehr geltend machen. Und dazu gehören auch die Kosten für die Erstellung einer Einkommensteuererklärung. Die Hoffnungen waren deshalb groß, dass der BFH den Abzug privater Steuerberatungskosten wieder erlaubt. Hat er aber leider nicht. Stattdessen hat er entschieden, dass das Abzugsverbot aus seiner Sicht verfassungsgemäß ist (BFH-Urteil vom 4.2.2010, X R 10/08).

Bleibt zu hoffen, dass das Verfahren bald vor dem Bundesverfassungsgericht landet und es dort eine andere Entscheidung gibt. Oder vielleicht nimmt der Gesetzgeber die Abzugsmöglichkeit für Steuerberatungskosten wieder ins Gesetz auf. Im Koalitionsvertrag wurde das zumindest so beschlossen.

Bis es so weit ist, beachten Sie: Hatten Sie in Ihrer Steuererklärung Steuerberatungskosten geltend gemacht, erging Ihr Steuerbescheid in diesem Punkt vorläufig. Wegen des neuen BFH-Urteils wird die Finanzverwaltung den Vorläufigkeitsvermerk wohl bald aufheben. Wenn es so weit ist, werden wir Sie natürlich sofort informieren, was dann zu tun ist. 9802

Weitere News zum Thema

  • Finanzamt erfasst Rente falsch: keine offenbare Unrichtigkeit

    [] Der Finanzbeamte wird ich wohl etwas dabei gedacht haben, wenn er von der Steuererklärung abweicht und sich nur auf die ihm vorliegenden elektronischen Daten bezieht. Das meint das FG Münster und ließ die Änderung des bestandskräftigen Steuerbescheids nicht zu. mehr

  • Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben

    [] ...aber jeder darf! Oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung. Will das Finanzamt wider Erwarten doch Geld sehen, kann die Steuererklärung zurückgenommen werden. mehr

  • Vorschau: Das will der BFH 2017 entscheiden

    [] Der BFH hat eine Liste derjenigen Verfahren veröffentlicht, bei denen voraussichtlich im laufenden Jahr mit einer Entscheidung gerechnet werden kann. Wir haben die wichtigsten Verfahren aus den Bereichen Kapital, Vermietung, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Erbschaft- und Schenkungsteuer für Sie zusammengestellt. mehr

  • Statistisches: Verfahren am Bundesfinanzhof

    [] Auch im Jahr 2016 bestätigen die statistischen Zahlen die positive Entwicklung der letzten Jahre , teilt der Bundesfinanzhof erfreut mit. Von wie vielen Verfahren sprechen wir hier? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.