500 Euro im Jahr steuerfrei für ehrenamtliche Schiedsrichter

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Wer sich im Verein ehrenamtlich engagiert, kann dafür – je nach Tätigkeit – steuerfrei den Übungsleiterfreibetrag oder die Ehrenamtspauschale erhalten. Ehrenamtlich tätige Schiedsrichter im Amateurbereich profitieren von der Ehrenamtspauschale.

Vergütungen an ehrenamtlich tätige Schiedsrichter im Amateurbereich des Sports können in die Freibetragsregelung des § 3 Nr. 26a EStG einbezogen werden, erklärt das Finanzministerium Schleswig-Holstein (Einkommensteuer-Kurzinformation Nr. 2011/35 vom 11.5.2011, Az. VI 311 – S 2342 – 117).

Die Begründung: Schiedsrichter im Amateurbereich sind nicht als Amateursportler im weiteren Sinne einzuordnen, sondern fördern durch ihre Tätigkeit steuerbegünstigte Zwecke im Sinne der Abgabenordnung (AO). Im Gegensatz zu den Sportlern können sie daher die steuerfreie Ehrenamtspauschale erhalten.

Natürlich müssen dabei alle Voraussetzungen des § 3 Nr. 26a EStG erfüllt sein. Das heißt konkret: Es fällt bis zur Höhe von 500 Euro keine Einkommensteuer an für Einnahmen, die gezahlt werden

  • von einer als gemeinnützig anerkannten Körperschaft oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts,
  • für nebenberufliche Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag dieser Körperschaften,
  • zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke (§§ 52, 53, 54 AO).

Hintergrund:

Die Ehrenamtspauschale gem. § 3 Nr. 26 a EStG wird vom Finanzamt nur gewährt, wenn Sie tatsächlich eine Aufwandsentschädigung für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit ausgezahlt bekommen. Der Freibetrag kann sich nur bis zur Höhe dieser Einnahmen auswirken. Wer also unentgeltlich sein Ehrenamt z.B. bei einem Verein ausübt, hat von dem Freibetrag nichts.

Es wird nicht vorausgesetzt, dass in den begünstigten Fällen auch tatsächlich entsprechend hohe Aufwendungen angefallen sind. Vielmehr kann der Freibetrag auch gewährt werden, wenn Ihnen gar keine Aufwendungen entstanden sind.

Sind Ihre tatsächlichen Aufwendungen höher als der Freibetrag, sind diese zu berücksichtigen. In diesem Fall müssen Sie die Aufwendungen aber insgesamt nachweisen oder glaubhaft machen (z.B. durch Vorlage einer Aufstellung ähnlich hoher Aufwendungen in vergleichbaren Fällen). Dabei reicht es aber nicht aus, wenn Sie nur den Betrag nachweisen, der den Freibetrag von 500 Euro übersteigt.

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