1%-Methode bei Betriebs-Pkw rückwirkend geändert

 - 

Das »Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen« bringt rückwirkend zum 1.1.2006 einschneidende Änderungen. Betroffen sind Selbstständige, die bisher den Privatanteil für die private Pkw-Nutzung nach der 1%-Methode berechnet haben.

Erst am 7.4.2006 gab der Bundesrat seine Zustimmung zu dem Gesetz. Offiziell verkündet worden ist es noch nicht. Und dennoch sollen dadurch bereits ab 1.1.2006 »ungerechtfertigte Steuervorteile« beim auch privat genutzten Betriebs-Pkw gestrichen werden. Leider bringt das viel Unsicherheiten, eine höhere Steuerbelastung und bürokratischen Mehraufwand sowohl für Unternehmer als auch für die Finanzämter mit sich.

Das ist neu: Die 1%-Methode darf jetzt nur noch bei einem Auto angewendet werden, das zu über 50% betrieblich genutzt wird und damit zum notwendigen Betriebsvermögen gehört. Bei dieser Methode wird als Privatanteil monatlich 1% des Bruttolistenpreises versteuert. Bisher war dieses Verfahren auch bei solchen Fahrzeugen möglich, die nur zwischen 10% und 50% betrieblich genutzt wurden und vom Unternehmer dem »gewillkürten Betriebsvermögen« zugeordnet worden waren. Gerade in solchen Fällen mit nur geringer betrieblicher Nutzung kam es oft zu Steuervorteilen von einigen tausend Euro im Jahr. Typische Zielgruppe der Neuregelung sind Freiberufler wie Fachärzte oder Zahnärzte, die ihren teuren Pkw beispielsweise nur zu 15% betrieblich nutzen.

Das muss in Zukunft geklärt werden: Zunächst muss der Unternehmer glaubhaft machen, ob die betriebliche Nutzung über 50% liegt. Wenn ja, ändert sich für ihn steuerlich nichts. Bei einer betrieblichen Nutzung bis zu 50% jedoch wird es aufwendig. Denn in diesem Fall muss zusätzlich der genaue Umfang der privaten Nutzung festgestellt werden. Die darauf entfallenden Kosten erhöhen dann als Privatanteil den Gewinn.

Das fehlt noch: Leider steht gerade zu den problematischen Punkten der Neuregelung nichts im Gesetz. Welche Anforderungen an den Nachweis der konkreten Nutzung gestellt werden, ist bisher mehr als unklar. Wir hoffen, dass es dazu bald ein erläuterndes BMF-Schreiben geben wird.

Weitere News zum Thema

  • Steuererklärung: Frist verpasst – was nun?

    [] Der 31.5.2018 ist vorbei, und wer verpflichtet war, eine Steuererklärung für das Jahr 2017 abzugeben, hatte dafür bis gestern Zeit. Für einen Antrag auf Fristverlängerung ist es jetzt natürlich zu spät. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich? mehr

  • Steuertermine Juni 2018

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Wer ein iPhone findet: Nicht zu früh freuen

    [] Sie haben ein iPhone gefunden? Und es – ganz vorbildlich – beim Fundbüro abgegeben? Dann ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Sie nach sechs Monaten Post vom Amt erhalten. Das iPhone gehört Ihnen. Eigentlich. Doch was fangen Sie damit an? mehr

  • BFH hält Nachzahlungszinsen für verfassungswidrig

    [] Der Bundesfinanzhof zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015. Begründung: Die Bemessung des Zinssatzes ist realitätsfern und verletzt den allgemeinen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.