Steuererklärung 2020: Abgabefrist 2021 durch Corona verlängert

 - 

Corona macht's möglich: Für die Abgabe der Steuererklärung für 2020 beim Finanzamt bekommen Sie mehr Zeit. Welche Abgabefrist gilt jetzt und wie vermeiden Sie ggf. Verspätungszuschläge?

Für die Steuererklärung für das Steuerjahr 2020 gelten folgende Fristen

  • Für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung selbst erstellen (sogenannte »nicht beratene Steuerpflichtige«), ist der letzte Abgabetermin der 31.10.2021. Eigentlich endet die Frist am 31. Juli.

  • Für »beratene Steuerpflichtige«, also Steuerzahler, deren Steuererklärung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein erstellt wird, endet die Abgabefrist am 31.5.2022.

  • Die besonderen Abgabefristen für Steuerpflichtige mit Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft verlängern sich ebenfalls um drei Monate.

Da der 31.10.2021 ein Sonntag ist, verschiebt sich die Frist auf Montag, den 1.11.2021. In Bundesländern, in denen der 1. November ein Feiertag ist, ist der 2.11.2021 der letzte Abgabetermin für die Steuererklärung für 2020.

Die Fristverlängerung wirkt sich auch auf andere Fristen aus, die mit der Steuererklärung im Zusammenhang stehen. So verlängern sich beispielsweise auch die Fristen bei Verspätungszuschlägen und Einkommensteuervorauszahlungen entsprechend.

Auch die Karenzzeit zur Verschonung von Verzugszinsen auf Steuerschulden wird um drei Monate ausgeweitet.

Geregelt ist die Fristverlängerung im »Gesetz zur Umsetzung der Anti-Steuervermeidungsrichtlinie« (ATAD-Umsetzungsgesetz - ATADUmsG).

Inzwischen gibt es auch ein BMF-Schreiben, das Anwendungsfragen zur Verlängerung der Steuererklärungsfristen und der zinsfreien Karenzzeiten klären soll. Das Dokument können Sie hier auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums kostenlos lesen und als PDF herunterladen (BMF-Schreiben vom 20. Juli 2021).

Steuererklärung: Verspätungszuschlag bei verspäteter Abgabe

Wer seine Steuererklärung nicht rechtzeitig beim Finanzamt abgibt, muss Verspätungszuschläge zahlen. Der Verspätungszuschlag beträgt dann 0,25% der festgesetzten Steuer für jeden angefangenen Monat der Verspätung, mindestens aber 25 Euro (§ 152 Abgabenordnung; AO).

So können Sie den Verspätungszuschlag vermeiden

Geben Sie innerhalb der Abgabefrist eine unvollständige Steuererklärung ab: Reichen Sie den ausgefüllten Mantelbogen und die Anlage N, auf der Sie Bruttolohn und gezahlte Lohnsteuer angeben, beim Finanzamt ein. Nennen Sie in Ihrem Schreiben an das Finanzamt auch ein Datum, bis zu dem Sie fehlende Unterlagen nachreichen werden – und tun Sie das dann auch!

Stellen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung nach § 109 AO: Geben Sie die Gründe an, weshalb Sie momentan keine Zeit für Ihre Steuererklärung haben, und bitten Sie um Fristverlängerung bis zu einem bestimmten Datum.

Für Ihren Antrag auf Fristverlängerung benutzen Sie am besten unseren kostenlosen Musterbrief »Antrag auf Fristverlängerung der Steuererklärung«.

Nutzer der SteuerSparErklärung finden den Musterbrief auch in ihrer Steuer-Software zum Ausdrucken. Alternativ können Sie den Antrag ganz einfach elektronisch aus der Software über Elster an das Finanzamt senden.

(Noch) keine Fristverlängerung für Jahresabschlüsse

Unverändert bleibt – jedenfalls bisher – die Frist für die Veröffentlichung von Jahresabschlüssen: Die Jahresabschlüsse 2020 für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften müssen grundsätzlich bis Ende 2021 veröffentlicht werden.

Hier setzt sich aber der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) bereits für eine Fristverlängerung von drei Monaten ein und fordert: »Auf die Einleitung von Ordnungsgeldverfahren für die Veröffentlichung der Jahresabschlüsse 2020 für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften sollte dringend bis Ende Mai 2022 verzichtet werden.« (Quelle)

auch interessant:

(MB)

URL:
https://www.steuertipps.de/steuererklaerung-finanzamt/steuererklaerung/einkommensteuererklaerung-2020-abgabefrist-wegen-corona-bis-oktober-2021-verlaengert