Bundesfinanzminister legt Vorschlag für Finanztransaktionssteuer vor

 - 

Olaf Scholz will Aktienkäufe besteuern und hat dafür jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung, der der Entwurf vorliegt.

Nach dem Entwurf solle zunächst in zehn europäischen Ländern eine Steuer auf Aktienkäufe eingeführt werden, schreibt die Süddeutsche Zeitung: neben Deutschland sind das Belgien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal, Slowenien und die Slowakei.

Wer Aktien von größeren Unternehmen kauft, soll eine Steuer von 0,2 Prozent des Geschäftswertes abführen. Größer sind Unternehmen, die an der Börse mehr als eine Milliarde Euro wert sind. Das betrifft in Deutschland 145 Unternehmen, darunter etwa SAP, Siemens, Allianz, Volkswagen und Telekom (zu den Top100 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands).

In den insgesamt zehn Staaten gibt es mehr als 500 Unternehmen mit einem Börsenwert von über einer Milliarde Euro, dazu gehören zum Beispiel BNP Paribas und Total aus Frankreich, Telefonica Banco Santander aus Spanien sowie Assicurazioni Generali aus Italien (zur Liste der größten Unternehmen in Europa).

Der Vorschlag sieht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auch Ausnahmen von der Finanztransaktionssteuer vor: So sollen sind Börsengänge von Unternehmen zur Beschaffung von frischem Kapital ausgenommen sein; zudem dürfe jedes Land selbst entscheiden, ob Aktienfonds und ähnliche Produkte zur privaten Altersvorsorge besteuert werden sollen.

Bundesfinanzminister Scholz erwartet aus der Finanztransaktionssteuer, die ab 2021 gelten soll, jährlich Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro. Ein Teil des Geldes soll für die Finanzierung der Grundrente verwendet werden.

(MB)

Weitere News zum Thema
  • [] 2021 wurde der Solidaritätszuschlag für fast alle Steuerpflichtigen abgeschafft. Nur bei hohen Einkommen, auf Kapitaleinnahmen und Körperschaftsteuer fällt die Abgabe noch an. Der Bundesfinanzhof musste entscheiden, ob das korrekt ist – oder der Soli mehr

  • [] Nur noch wenige Tage, dann muss Ihre Grundsteuererklärung beim Finanzamt sein: Am 31.1.2023 endet die verlängerte Abgabfrist. Was Sie zu Abgabe, Sanktionen bei Nicht-Abgabe und zur Prüfung der Grundsteuerbescheide wissen müssen, haben wir hier zusammengefasst mehr

  • [] Wer sich mit seinem Arbeitgeber über die Auszahlung der Energiepreispauschale streitet, muss dies vor dem Finanzgericht tun. Dies hat das Arbeitsgericht Lübeck entschieden und die Sache an das schleswig-holsteinische Finanzgericht verwiesen. mehr

  • [] Die Sachbezugswerte für freie Verpflegung und freie Unterkunft werden jedes Jahr an die Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Inzwischen stehen die Werte für 2023 fest. mehr

  • [] Der Bundesrat hat dem Jahressteuergesetz zugestimmt und damit auch einer Änderung, die sich auf die Erbschaftsteuer bei Immobilien auswirkt: Die Erbschaftsteuer auf Immobilien wird steigen. Grund dafür ist eine Änderung bei der Immobilienbewertung. Die mehr

Weitere News zum Thema