Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen: nicht für Übersetzer

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Übersetzer sind keine Schriftsteller, sagt der BFH. Und verweigert ihnen den Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen. Worum es dabei genau geht, lesen Sie hier.

Erstattung von Vorsteuer: normalerweise hohe Anforderungen

An die Erstattung von Vorsteuerbeträgen stellt der Fiskus normalerweise sehr hohe formale Anforderungen. Ein Unternehmer kann Vorsteuerbeträge nur dann geltend machen, wenn ihm eine ordnungsgemäße Rechnung mit Ausweis des Nettobetrags und Ausweis der Umsatzsteuer vorliegt. Selbst bei kleinsten Beträgen muss neben dem Bruttobetrag zusätzlich der Umsatzsteuersatz angegeben sein (Ausnahme: Sonderregelung für Kleinbetragsrechnungen).

Vereinfachungsregelung für bestimmte Berufsgruppen

Es gibt jedoch eine erfreuliche Ausnahme - die Ermittlung der Vorsteuerbeträge nach einem Pauschalverfahren. § 23 UStG erlaubt dem Gesetzgeber, "zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens für Gruppen von Unternehmern, bei denen hinsichtlich der Besteuerungsgrundlagen annähernd gleiche Verhältnisse vorliegen", Durchschnittssätze für die abziehbaren Vorsteuerbeträge festzulegen.

Für immerhin 58 verschiedene Berufsgruppen wurde die Möglichkeit geschaffen, die Vorsteuer nach einem Pauschalsatz beim Finanzamt geltend zu machen. Die Höhe dieses Pauschalsatzes ist abhängig vom jeweiligen Berufszweig und liegt zwischen 1,5% (Rechtsanwälte und Notare) und 12,5% (Brennstoff-Einzelhändler). Für Schriftsteller gelten 2,6%.

So funktioniert die Vereinfachungsregelung

Beim Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen gilt als abzugsfähige Vorsteuer ein bestimmter Prozentsatz des Nettoumsatzes. Auf die Höhe der Betriebsausgaben kommt es nicht an. Es spielt auch keine Rolle, wie hoch die in Ihren Rechnungen ausgewiesene Vorsteuer tatsächlich ist. Die normalen Vorschriften zum Vorsteuerabzug haben hier keine Bedeutung.

Die Vorschrift soll vor allem kleineren Unternehmern die Arbeit mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung und Umsatzsteuererklärung erleichtern. Deshalb steht der Zugang nicht allen offen.

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen:

  • Für Ihren Berufszweig sind Durchschnittssätze festgesetzt;
  • Ihr Nettoumsatz im Vorjahr war nicht höher als 61.356 Euro;
  • Sie müssen keine Bilanz abgeben, sondern ermitteln Ihren Gewinn mithilfe der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Könnte man nicht Untergruppen der Übersetzer dem Berufszweig "Schriftsteller" zuordnen?

Ob im Einzelfall die von einem Unternehmer ausgeübte Tätigkeit genau einer in der Anlage aufgeführten Tätigkeit entspricht, ist oft nicht leicht zu entscheiden. Zudem ist auch für Finanzbeamte der Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen eher eine exotische Angelegenheit, mit der sie nicht so oft in Berührung kommen.

So kann der für Schriftsteller festgesetzte Durchschnittssatz auch von Komponisten, Liederdichtern und Librettisten angewendet werden. Warum also nicht auch für Übersetzer - oder wenigstens einige von ihnen, wie Literatur- oder Fachübersetzer?

Der BFH sagt dazu: Die Vereinfachungsregel erfordert, dass das Finanzamt den Unternehmer leicht und eindeutig einer der in § 70 UStDV genannten Berufsgruppe zuordnen kann. Eine einzelfallorientierte Zuordnung von Übersetzern oder Untergruppen der Übersetzer zur Berufsgruppe der Schriftsteller, die z.B. abhängig sein könnte von der Übersetzungstiefe oder dem wissenschaftlichen Gehalt der Übersetzung, widerspricht dem Vereinfachungszweck (BFH, Urteil vom 23.7.2009, Az. V R 66/07).

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