Vorsteuerabzug: Ist Ihre Eingangsrechnung korrekt?

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Als Selbstständiger müssen Sie mehrere Bedingungen erfüllen, um Vorsteuer geltend machen zu dürfen. Den meisten Streit gibt es dabei über vermeintlich oder tatsächlich nicht ordnungsgemäße Rechnungen.

Das FG Hamburg hat dazu ein Urteil gefällt, in dem es einige Punkte präzisiert. So setzt der Vorsteuerabzug für gelieferte Gegenstände, bei denen keine Artikelnummern oder Herstellerbezeichnungen erkennbar sind, eine zur Identifizierung geeignete Beschreibung der Beschaffenheit der Gegenstände voraus. Außerdem ist das Lieferdatum ist auch dann zu benennen, wenn es mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt (FG Hamburg vom 30.9.2015, 5 K 85/12 ).

Der Rechnungsaussteller ist gesetzlich verpflichtet, eine ordnungsgemäße Rechnung auszustellen. Festgestellte Rechnungsmängel dürfen nur vom Aussteller beseitigt werden.

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Korrekte Rechnung: Das muss drinstehen

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers: Über die Angaben in der Rechnung muss der die Leistung ausführende Unternehmer eindeutig bestimmbar sein. Abkürzungen, Buchstaben, Zahlen oder Symbole dürfen verwendet werden, wenn ihre Bedeutung in der Rechnung oder in anderen Unterlagen festgelegt ist, die sowohl dem Aussteller als auch Empfänger der Rechnung vorliegen.

  • Name und Anschrift des Leistungsempfängers: Für die Angaben zum Leistungsempfänger gilt generell das Gleiche wie für die Bezeichnung des leistenden Unternehmers. Ein Postfach oder eine Großkundenadresse (= eigene Postleitzahl) des Leistungsempfängers können dessen vollständige Anschrift ersetzen.

  • Steuernummer oder USt-ID des leistenden Unternehmers: Viele Unternehmer bevorzugen die Angabe der USt-ID auf ihren Rechnungen. Grund dafür ist die Sorge vor einem Missbrauch der Steuernummer durch Dritte, wenn diese auf einer Rechnung erscheint und dadurch bekannt wird. Wird über eine Leistung mittels Gutschrift abgerechnet, hat der die Gutschrift ausstellende Unternehmer nicht seine Steuernummer anzugeben, sondern die des leistenden Unternehmers.

  • Ausstellungsdatum der Rechnung

  • Fortlaufende Rechnungsnummer: Fortlaufende Nummer bedeutet weder lückenlose Reihenfolge noch zahlenmäßige Abfolge. Dem Gesetzgeber kommt es nur auf die Einmaligkeit eines Rechnungsdokuments an. Unzulässig ist daher lediglich die mehrfache Verwendung derselben Rechnungsnummer.

  • Menge und Art des gelieferten Gegenstands oder Umfang und Art der sonstigen Leistung: Die Leistungsbeschreibung kann auch im Lieferschein erfolgen. Wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, muss in der Rechnung darauf hingewiesen werden.

  • Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung: Die Angabe des Kalendermonats reicht aus.

  • Entgelt aufgeschlüsselt nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen

  • Vereinbarte Entgeltsminderung: Bei Skontovereinbarungen reicht eine Formulierung wie 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen aus. Der Skonto-Betrag muss nicht angegeben werden. Bei Rabatt- und Bonusvereinbarungen genügen Hinweise wie Es bestehen Rabatt- und Bonusvereinbarungen oder Es ergeben sich Entgeltminderungen aufgrund von Rabatt- oder Bonusvereinbarungen, wenn jeder der Beteiligten über eine schriftliche Vereinbarung verfügt, die Auskunft über die Entgeltminderung gibt und dem Finanzamt auf Nachfrage umgehend vorgelegt werden kann.

  • Hinweis auf Sonderregelungen: Bei Umsätzen ab 30.6.2013 muss auf einige umsatzsteuerliche Sonderregelungen mit einem genau vorgeschriebenen Wortlaut hingewiesen werden. Betroffen sind Leistungen im Wege der Gutschrift, Umkehr der Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG, die Besteuerung von Reiseleistungen nach § 25 UStG und die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG.

  • Steuersatz und Umsatzsteuerbetrag oder Hinweis auf Steuerbefreiung

Bei Kleinbetragsrechnungen bis 150 € liegt die Latte zum Vorsteuerabzug nicht so hoch wie bei normalen Rechnungen.

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