Vorsteuerabzug einer Grundstücksgemeinschaft

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Häufig verweigert das Finanzamt den Vorsteuerabzug mit Hinweis auf Rechnungsmängel. Doch zunehmend lehnen Finanzgerichte diese Sichtweise ab, bei der formale Anforderungen zum Selbstzweck werden.

Der Fall: Eine Grundstücksgemeinschaft, bestehend aus einem Ehepaar, hatte Vorsteuer aus Renovierungskosten für ein Wohn- und Geschäftshaus geltend gemacht. Bauherr und Auftraggeber war jedoch nach den Verträgen allein der Ehemann. Das Finanzamt lehnte den Vorsteuerabzug durch die Grundstücksgemeinschaft ab, weil der Ehemann und nicht die Gemeinschaft Auftraggeber und Leistungsempfänger der Bauleistungen war. Beim Ehemann war der Vorsteuerabzug aber auch nicht möglich, da nicht er, sondern die Grundstücksgemeinschaft als Vermieter unternehmerisch tätig war. Der Vorsteuerabzug von fast 20.000 Euro ging daher in voller Höhe verloren.

Die Entscheidung: Mit Hinweis auf die Rechtsprechung des EuGH gestand das Finanzgericht der Grundstücksgemeinschaft den Vorsteuerabzug zu, obwohl die Rechnungen nicht an sie gerichtet waren (FG Berlin-Brandenburg vom 4.12.2007, Az. 5 K 1821/05 C, EFG 2008 S. 572). Die formalen Rechnungsanforderungen dürften nicht das Recht auf den Vorsteuerabzug übermäßig erschweren. Da in diesem Fall keine Gefahr von Steuerhinterziehung oder Missbrauch bestehe, wäre es nicht mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vereinbar, den Vorsteuerabzug zu versagen.

Steuertipp
Wenn Ihnen der Vorsteuerabzug wegen ähnlicher formaler Mängel verweigert wird, sollten Sie Einspruch einlegen und sich auf das dazu anhängige Gerichtsverfahren beziehen. Wir hoffen, dass der BFH die unternehmerfreundliche Linie des Finanzgerichts bestätigt (Az. des BFH: XI R 14/08).

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