Vorsteuerabzug bei überhöhtem Umsatzsteuerausweis

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Weist ein Lieferant in seinen Ausgangsrechnungen zu viel Umsatzsteuer aus, ist der Vorsteuerabzug des Rechnungsempfängers nur in Höhe der tatsächlich geschuldeten Umsatzsteuer zulässig.

Ein überhöhter Umsatzsteuerausweis in einer Rechnung ist aus zwei Blinkwinkeln zu betrachten: zum einen aus der Sicht des Rechnungsausstellers, zum anderen aus der des Rechnungsempfängers.

Der Aussteller der Rechnung schuldet dem Finanzamt den in der Rechnung ausgewiesenen Steuerbetrag selbst dann, wenn dieser zu hoch ist. Typisches Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmer erbringt Leistungen, die ermäßigt mit 7% besteuert werden, legt bei der Ermittlung der Umsatzsteuer aber versehentlich den Regelsteuersatz von 19% zugrunde. Stellt sich der Fehler im Nachhinein heraus, kann der Rechnungsaussteller seine Rechnung korrigieren und die zuviel gezahlte Steuer unter bestimmten Voraussetzungen vom Finanzamt zurückfordern.

Der Empfänger der Rechnung darf nur die für den Umsatz tatsächlich geschuldete Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Im Falle eines überhöhten Steuerausweises muss der Rechnungsempfänger die korrekte Steuer somit selbst ermitteln, indem er auf den bisherigen Nettobetrag 7% Umsatzsteuer berechnet. Einen in der Rechnung überhöht ausgewiesenen Steuerbetrag muss der Rechnungsempfänger nicht an den Lieferanten zahlen. Die Kürzung des Rechnungsbetrages ist demnach zulässig.

Dass der Vorsteuerabzug bei einem überhöhten Steuerausweis in Höhe der gesetzlich geschuldeten Umsatzsteuer zulässig ist, hat der Bundesfinanzhof erst jüngst festgestellt (Urteil vom 19.11.2009, Az. V R 41/08).

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