Vorsteuerabzug bei überhöhtem Umsatzsteuerausweis

 - 

Weist ein Lieferant in seinen Ausgangsrechnungen zu viel Umsatzsteuer aus, ist der Vorsteuerabzug des Rechnungsempfängers nur in Höhe der tatsächlich geschuldeten Umsatzsteuer zulässig.

Ein überhöhter Umsatzsteuerausweis in einer Rechnung ist aus zwei Blinkwinkeln zu betrachten: zum einen aus der Sicht des Rechnungsausstellers, zum anderen aus der des Rechnungsempfängers.

Der Aussteller der Rechnung schuldet dem Finanzamt den in der Rechnung ausgewiesenen Steuerbetrag selbst dann, wenn dieser zu hoch ist. Typisches Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmer erbringt Leistungen, die ermäßigt mit 7% besteuert werden, legt bei der Ermittlung der Umsatzsteuer aber versehentlich den Regelsteuersatz von 19% zugrunde. Stellt sich der Fehler im Nachhinein heraus, kann der Rechnungsaussteller seine Rechnung korrigieren und die zuviel gezahlte Steuer unter bestimmten Voraussetzungen vom Finanzamt zurückfordern.

Der Empfänger der Rechnung darf nur die für den Umsatz tatsächlich geschuldete Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Im Falle eines überhöhten Steuerausweises muss der Rechnungsempfänger die korrekte Steuer somit selbst ermitteln, indem er auf den bisherigen Nettobetrag 7% Umsatzsteuer berechnet. Einen in der Rechnung überhöht ausgewiesenen Steuerbetrag muss der Rechnungsempfänger nicht an den Lieferanten zahlen. Die Kürzung des Rechnungsbetrages ist demnach zulässig.

Dass der Vorsteuerabzug bei einem überhöhten Steuerausweis in Höhe der gesetzlich geschuldeten Umsatzsteuer zulässig ist, hat der Bundesfinanzhof erst jüngst festgestellt (Urteil vom 19.11.2009, Az. V R 41/08).

Weitere News zum Thema

  • Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften ab 2017

    [] Ab 2017 unterliegt die Verpachtung der Jagd mit dem Regelsteuersatz von 19 % der Umsatzsteuer. Eine Übergangsregelung ermöglicht jedoch die Anwendung des bisherigen Rechts bis Ende 2020, der Antrag hierzu muss bis 31.12.2016 gestellt werden. Darauf weist das LfSt Bayern hin. mehr

  • Umsatzsteuerliche Einordnung einer Online-Partnervermittlung

    [] Mit auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen i.S. des Umsatzsteuerrechts beim Bereitstellen einer Datenbank (Suchmaschine) im Internet hat sich der BFH beschäftigt. Einfacher ausgedrückt ging es um eine Online-Partnervermittlung. mehr

  • Tomatis-Therapie nur mit Umsatzsteuer

    [] Die Umsätze aus therapeutischen Maßnahmen für Hör- und Wahrnehmungsstörungen nach der Tomatis-Methode sind nicht als ähnliche heilberufliche Tätigkeit gemäß § 4 Nr. 14 UStG umsatzsteuerfrei. mehr

  • Gewährung des Vorsteuerabzugs aus Billigkeitsgründen

    [] Vorsteuerabzug im Billigkeitsverfahren setzt voraus, dass der Unternehmer gutgläubig war und alle Maßnahmen ergriffen hat, die vernünftigerweise von ihm verlangt werden können, um sich von der Richtigkeit der Angaben in der Rechnung zu überzeugen und seine Beteiligung an einem Betrug ausgeschlossen ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.