Vorsteuer: Verweis auf Vertragsunterlagen reicht aus

 - 

Zur Identifizierung einer abgerechneten Leistung darf in einer Rechnung auf andere Geschäftsunterlagen verwiesen werden. Der Vorsteuerabzug bleibt in solchen Fällen erhalten, entschied der BFH.

Eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung, so das Urteil, müsse es lediglich ermöglichen, die abgerechneten Leistungen zu identifizieren. Dazu reicht es aus, wenn die Rechnung auf andere Geschäftsunterlagen verweist und diese eindeutig bezeichnet. Die Unterlagen müssten zwar natürlich grundsätzlich existieren, aber nicht den Rechnungen beigefügt sein, erklärten die Richter weiter (BFH-Urteil vom 16.1.2014, V R 28/13 ).

Im entschiedenen Fall hatte ein Unternehmer Rechnungen erhalten, die zur Beschreibung der ihm gegenüber erbrachten Dienstleistung ausdrücklich auf bestimmte Vertragsunterlagen verwiesen. Diese Vertragsunterlagen waren den Rechnungen allerdings nicht beigefügt. Das Finanzamt versagte daher den Abzug der Vorsteuerbeträge.

Was tun, wenn eine Rechnung nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht?

Der Rechnungsaussteller ist gesetzlich verpflichtet, eine ordnungsgemäße Rechnung auszustellen (§ 14 Abs. 2 UStG). Rechnungsmängel dürfen nur vom Aussteller beseitigt werden. Es reicht nicht aus, mit dem Aussteller mündlich eine Korrektur zu vereinbaren und sie dann selbst durchzuführen.

Haben Sie eine mangelhafte Rechnung erhalten, informieren Sie den Rechnungsaussteller über die festgestellten Mängel und fordern Sie ihn zur Erstellung einer korrekten Rechnung auf. Wir haben für Sie diesen Musterbrief dafür erstellt: Anfordern einer ordnungsgemäßen Rechnung .

Weitere News zum Thema

  • Umsatzsteuerliche Rückabwicklung in sog. Bauträger-Fällen

    [] Ein Bauträger schuldet die Umsatzsteuer aus den von ihm bezogenen Bauleistungen solange, bis er den Steuerbetrag an die leistenden Bauunternehmer bezahlt hat, wenn er rechtsirrig von einer nach § 13b Abs. 5 Satz 2, Abs. 2 Nr. 4 UStG bestehenden Umkehr der Steuerschuldnerschaft ausgegangen ist. mehr

  • BFH: Umsatzsteuerpflicht bei Fahrschulen zweifelhaft

    [] Der BFH zweifelt an der Umsatzsteuerpflicht für die Erteilung von Fahrunterricht zum Erwerb der Fahrerlaubnisklassen B (Pkw-Führerschein) und C1. Er hat dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) daher die Frage vorgelegt, ob Fahrschulen insoweit steuerfreie Leistungen erbringen. mehr

  • Umsatzsteuer: Wenn Sie Ihr Wissen weitergeben...

    [] Sie sind schon eine Weile selbstständig und können sich noch gut an Ihre Probleme in der Anfangsphase erinnern. Daher möchten Sie Ihr Wissen weitergeben und engagieren sich für einen Lotsendienst für Gründer. Preisfrage: Sind Ihre Leistungen umsatzsteuerpflichtig? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.