Umsatzsteuer: Hochzeitsredner und Trauerredner als ausübende Künstler

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Laut Umsatzsteuergesetz werden die Eintrittsberechtigung für Theater, Konzerte und Museen, sowie die den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler mit 7 % ermäßigt besteuert. Doch wo fängt ausübende Kunst an und wann können Sie als Steuerpflichtiger von dem ermäßigten Steuersatz profitieren?

Ein Theologe hält Reden zu diversen Anlässen, z.B. auf Hochzeiten, Geburtstagen und Beerdigungen. Nach der Veranstaltung bekommen die Auftraggeber ein Redemanuskript. In den Umsatzsteuererklärungen erklärte er die Umsätze aus seinen Vorträgen mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 %, weil er sich als ausübender Künstler sah. Das Finanzamt ging jedoch vom Regelsteuersatz (19 %) aus und setzte eine Umsatzsteuernachzahlung fest. Dagegen klagte der Theologe.

Der BFH betonte, dass man als Hochzeits- oder Trauerredner nur von der Steuerermäßigung Gebrauch machen könne, wenn man als ausübender Künstler anzusehen sei. Hierfür müsse die Leistung eine sog. schöpferische Gestaltungshöhe erreichen (BFH-Urteil vom 3.12.2015, V R 61/14).

Diese Regeln müssen Sie als Hochzeits- oder Trauerredner kennen

Wann eine ausreichende Gestaltungshöhe vorliegt, ist nur schwer festzustellen. Sie müssen eigene Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen deutlich in Ihre Reden einfließen lassen. Wenn Sie hingegen immer wieder auf vorgefertigte Textbausteine zurückgreifen, liegt keine künstlerische Tätigkeit vor. Dann fehlt es nach aktueller Rechtsprechung nämlich an Individualität.

Ob Sie auf einer privaten Veranstaltung oder einer betrieblichen Feier reden, ist grundsätzlich egal. Wichtig ist jedoch, dass Sie von einem Veranstalter, wie etwa dem Ehepaar oder Angehörigen, gebucht werden. Ihre Bezahlung darf nämlich nicht vom Publikum abhängig sein, sondern muss im Vorfeld feststehen.

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