Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften ab 2017

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Ab 2017 unterliegt die Verpachtung der Jagd mit dem Regelsteuersatz von 19 % der Umsatzsteuer. Eine Übergangsregelung ermöglicht jedoch die Anwendung des bisherigen Rechts bis Ende 2020, der Antrag hierzu muss bis 31.12.2016 gestellt werden. Darauf weist das LfSt Bayern hin.

In einem ausführlichen Merkblatt zur Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften erklärt das Bayerische Landesamt für Steuern die Details:

Die Verpachtung einer Jagd wird derzeit noch als Vermögensverwaltung beurteilt, die Jagdgenossenschaft wird damit nicht unternehmerisch tätig. Diese bis zum 31.12.2015 geltende Rechtslage ist auch noch auf die Umsätze, die im Jahre 2016 ausgeführt worden sind, anzuwenden.

Die Regelungen zur Unternehmereigenschaft von juristischen Personen des öffentlichen Rechts wurden inzwischen jedoch neu gefasst und § 2b UStG mit Wirkung vom 01.01.2016 neu eingefügt. Aber: § 2b UStG in der am 01.01.2016 geltenden Fassung ist erst auf Umsätze anzuwenden, die nach dem 31.12.2016 ausgeführt werden (§ 27 Abs. 22 S. 2 UStG).

Die Folge: Umsätze der Vermögensverwaltung sind dann der unternehmerischen Tätigkeit der juristischen Person des öffentlichen Rechts zuzurechnen. Die Jagdgenossenschaft wird mit der Verpachtung der Jagd zum Unternehmer und die Verpachtung der Jagd unterliegt mit dem Regelsteuersatz von 19% der Umsatzsteuer.

Übergangsregelung bis Ende 2020

Jede juristische Person des öffentlichen Rechts kann dem Finanzamt gegenüber jedoch einmalig erklären, dass sie § 2 Abs. 3 UStG in der am 31.12.2015 geltenden Fassung für sämtliche nach dem 31.12.2016 und vor dem 01.01.2021 ausgeführte Leistungen weiterhin anwendet.

Wichtig: Diese Optionserklärung muss bis zum 31.12.2016 durch den gesetzlichen Vertreter oder einen Bevollmächtigten abgegeben und grundsätzlich an das nach § 21 AO zuständige Finanzamt gerichtet werden (§ 21 Abs. 1 S. 1 AO: Für die Umsatzsteuer mit Ausnahme der Einfuhrumsatzsteuer ist das Finanzamt zuständig, von dessen Bezirk aus der Unternehmer sein Unternehmen im Geltungsbereich des Gesetzes ganz oder vorwiegend betreibt.).

Bayern empfiehlt Option auch bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung

Mithilfe der Option kann also die bis 2016 gültige Rechtslage bis Ende 2020 fortgeführt werden.

Auch wenn wegen der anzuwendenden Kleinunternehmerregelung bei den meisten Jagdgenossenschaften in den Jahren 2017 bis 2020 gar keine Umsatzsteuer anfallen würde, empfiehlt die Finanzverwaltung den Jagdgenossenschaften, zur Sicherheit eine entsprechende Erklärung nach § 27 Abs. 22 S. 3 UStG abzugeben. Nachteile können der Jagdgenossenschaft dadurch nicht entstehen, denn die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.

Und falls die gesamten von der Jagdgenossenschaft vereinnahmten Jagdpachten jährlich den Gesamtumsatz von 17.500 Euro nicht überschreiten, wird sich auch ab 2021 wegen der Anwendung der Kleinunternehmerregelung im Ergebnis gegenüber der bisherigen Rechtslage nichts ändern.

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