Thermopapier gefährdet Vorsteuerabzug

 - 

Tankstellen und Supermärkte haben es in ihren Kassen, die Post und Gaststätten auch: Thermopapier. Vor allem, weil es dünn ist und sich gut rollen lässt. Nur was des Handels Freund, ist vieler Unternehmer Feind.

Der Vorsteuerabzug setzt das Vorliegen einer Rechnung voraus, die alle im Umsatzsteuergesetz aufgeführten Pflichtangaben enthalten muss. Auf welchem Papier die Angaben gemacht werden, schert zumindest den Gesetzgeber nicht. Wichtig ist nur, dass das Notwendige drauf steht. Um das überprüfen zu können, muss die Rechnung natürlich lesbar sein.

Und genau hier birgt das Thermopapier Risiken. Denn die langen Aufbewahrungsfristen für Rechnungen vertragen sich nicht mit dem schnellen Verbleichen des Thermopapier-Aufdrucks.

Zum Problem wird das regelmäßig bei Betriebsprüfungen, die gewöhnlich erst mehrere Jahre nach Ausstellung einer Rechnung stattfinden. Das Thermopapier ist dann zwar noch da, die Rechnung selbst aber nicht mehr oder nur noch teilweise lesbar. Dieser Mangel geht zu Lasten des Unternehmers, denn er muss nicht nur das Rechnungspapier aufbewahren, sondern auch die Lesbarkeit des Rechnungsinhalts über den gesamten Aufbewahrungszeitraum sicherstellen.

Ist die Rechnung nicht mehr lesbar, kann der Vorsteuerabzug rückwirkend aberkannt werden, da aufgrund der offensichtlich fehlenden Angaben keine ordnungsgemäße Rechnung mehr vorliegt. Zwar hat jeder Finanzbeamte einen gewissen Entscheidungsspielraum, wenn es um die Aberkennung des Vorsteuerabzuges geht. Lässt sich allerdings nicht wenigstens die Zahlung des vermeintlichen Rechnungsbetrages anhand anderer Unterlagen belegen, weil es sich um ein Bargeschäft gehandelt hat, wird der Vorsteuerabzug sehr wahrscheinlich gekürzt. Die Folge ist dann eine Steuernachforderung.

Steuertipp
Um das Risiko der Kürzung des Vorsteuerabzuges von vornherein zu vermeiden, sollten Sie Ihre Thermopapier-Rechnungen nach Erhalt kopieren und das Original mit der Kopie zusammen abheften. Alternativ können Sie die Rechnungen auch scannen und auf elektronischern Speichermedien archivieren. Die gespeicherten Daten müssen von Ihnen jederzeit lesbar gemacht werden können.

Weitere News zum Thema

  • Aufzeichnungspflichten: Umsatzsteuerheft reicht nicht

    [] Führt ein Steuerpflichtiger ausschließlich ein Umsatzsteuerheft, in dem er die Tageserlöse in einer Summe einträgt, ohne weitere Ursprungsaufzeichnungen oder Kassenberichte oder ähnliches zu führen, erfüllt er nicht die Anforderungen an die Aufzeichnungspflichten gemäß § 4 Absatz 3 EStG. mehr

  • Vorsteuerabzug aus Rechnungen jetzt einfacher

    [] Bei einer fehlerhaften Rechnung ist der Vorsteuerabzug schnell in Gefahr. Eine Fehlerquelle hat der BFH entschärft: Es genüge, wenn die Rechnung eine Anschrift des leistenden Unternehmers enthalte, unter der er postalisch erreichbar sei. Die zusätzliche Angabe eines Ortes, an dem er seine Tätigkeit ausübe, sei nicht erforderlich, sagen die Richter. mehr

  • Umsatzsteuer: EuGH-Vorlage zu Sportvereinen

    [] Der BFH zweifelt an der Umsatzsteuerfreiheit von Leistungen, die Sportvereine gegen gesondertes Entgelt erbringen. Er hat daher ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) gerichtet. mehr

  • Umsatzsteuer: Sind Gebrauchtwagenhändler Kleinunternehmer?

    [] Der EuGH soll auf Vorlage des BFH klären, ob für die Kleinunternehmerregelung in Fällen der sog. Differenzbesteuerung auf die Handelsspanne abzustellen ist. Das Thema ist für die Umsatzbesteuerung im Handel mit gebrauchten Gegenständen von großer Bedeutung. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.