Steuerrecht skurril: Ein Bordell ist kein Hotel...

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Beim Beischlaf wird nicht geruht. Darum muss ein Bordellbetreiber 19 % Umsatzsteuer abführen und nicht nur 7 %, wie es bei Hoteliers der Fall ist.

Vor dem FG Düsseldorf hatte der Betreiber eines Laufhauses geklagt, der nicht mehr 19, sondern nur noch 7 % Umsatzsteuer an den Staat abführen wollte. Er vermietete an Prostituierte insgesamt 57 Zimmer zum Preis von 110,00 bis 170,00 € pro Nacht – inklusive Vollpension, Aufenthaltsraum, Solarium, Fitnessstudio, Kontakt-Lounge und Videoüberwachung auf den Fluren. Erotische Highlights, Junggesellenabschiede, Weihnachtsfeiern sowie ein Limousinenservice mit Chauffeur und weiblicher Begleitung konnten auf Wunsch ebenfalls organisiert werden.

Für die Einkünfte aus der Zimmervermietung forderte das Finanzamt 87.247,00 € Umsatzsteuer – der Bordellbetreiber wollte nur 37.654,00 € zahlen. Nachdem 2010 die Umsatzsteuer-Bestimmungen für Hotelbetreiber geändert worden waren, sei nämlich 7 % der anzuwendende Umsatzsteuersatz, und nicht mehr 19 %, argumentierte er.

Hotel bedeutet wohnen und schlafen

Finanzamt und Finanzgericht sahen das anders. Im Hotel gehe es um Wohnen und Schlafen, im Bordell um die Ausübung sexueller Dienstleistungen – dieser Unterschied rechtfertige den normalen Umsatzsteuersatz von 19 %, entschied das FG Düsseldorf. Den ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % gebe es nur bei reinen Beherbergungsleistungen. Allerdings ließen die Richter die Revision zum BFH zu, ganz ausgestanden ist der Streit also noch nicht (FG Düsseldorf vom 1.6.2012, 1 K 2723/10 U ).

→Zum Volltext der Entscheidung

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