Seeling-Modell scheitert an falscher Flächenberechnung

Seeling-Modell scheitert an falscher Flächenberechnung

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Beim Seeling-Modell muss der Anteil der betrieblich genutzten Räume an der gesamten Wohn- und Nutzfläche des Hauses mindestens zehn Prozent ausmachen.

Ein Ehepaar wollte bei seinem im Jahr 2006 neu errichteten Einfamilienhaus das Seeling-Modell nutzen. Ein Raum im Erdgeschoss mit einem Anteil von 12,69% an der Wohnfläche des Hauses sollte umsatzsteuerpflichtig vermietet werden. Damit lagen sie ihrer Ansicht nach über dem mindestens erforderlichen  unternehmerischen Anteil von zehn Prozent. Durch Zuordnung des gesamten Gebäudes zum Unternehmensvermögen wollten sich die Eheleute den Vorsteuerabzug aus den gesamten Baukosten sichern.

Bei einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung korrigierte das Finanzamt jedoch die Berechnung. Bezogen auf die Wohn- und Nutzfläche des Gebäudes (d.h. einschließlich Kellerräume) ergab sich nämlich nur eine geplante unternehmerische Nutzung von 8% - also deutlich unter der kritischen 10%-Grenze. Das Finanzamt strich deshalb den Vorsteuerabzug komplett.

Aber noch gaben sich die Eheleute nicht geschlagen. Ihr Steuerberater legte dem Finanzamt eine neue Flächenberechnung vor, in der er eine "von Anfang an geplante" unternehmerische Nutzung eines weiteren Kellerraumes behauptete. Das hätte einen Anteil von 19,59% ergeben.

Das Finanzamt und später auch das Finanzgericht ließen sich jedoch nicht davon überzeugen, dass die unternehmerische Nutzung des Kellerraumes tatsächlich von Anfang an beabsichtigt war. Denn diese Absicht war nicht nach außen hin erkennbar geworden. Das aber wäre Voraussetzung für das Seeling-Modell gewesen. Es blieb also bei der Versagung des Vorsteuerabzugs (FG München, Urteil vom 2.3.2011, Az. 3 K 2880/08).

Steuertipp
Wer den Bauantrag für ein gemischt genutztes Gebäude bis zum 31.12.2010 gestellt hat, kann das Seeling-Modell noch in Anspruch nehmen. Als Voraussetzung muss von Anfang an (belegbar) der Anteil der Fläche, die unternehmerisch genutzt werden soll, an der gesamten Wohn- und Nutzfläche des Gebäudes mindestens 10% betragen. Eine zu knappe Kalkulation ist riskant.

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