Rechtsanwälte: Nicht alle weiterberechneten Gebühren sind durchlaufende Posten!

 - 

Kosten, die Rechtsanwälte, Notare und Angehörige verwandter Berufe für ihre Auftraggeber auslegen, sind meist durchlaufende Posten. Voraussetzung: Die Gebührenordnung bestimmt den Auftraggeber als Kostenschuldner. Das ist jedoch nicht immer der Fall!

So ist bei Kosten im Bereich der Justizverwaltung derjenige zur Zahlung der Gebühren verpflichtet, der den Abruf tätigt (§ 7b i. V. m. Abschnitt 4 JVKostO). Betroffen sind zum Beispiel Gebühren für den Abruf von Daten in Handels-, Partnerschaft-, Genossenschafts- und Vereinsregisterangelegenheiten.

Meist wird ein Rechtsanwalt bzw. Notar diese Daten selbst abrufen. Folge: Er zahlt die Gebühr für eigene Rechnung. Berechnet er die Gebühr seinem Mandanten weiter, liegt kein durchlaufender Posten vor. Die Aufwendungen gehören also zum Entgelt (Finanzministerium Schleswig-Holstein, Erlass vom 12.3.2008, Az. S-7200 - VI 327).


Hintergrund:

Das sind die Voraussetzungen für einen durchlaufenden Posten:

  • Handeln in fremdem Namen und für fremde Rechnung;
  • der Handelnde führt selbst weder eine Leistung aus noch empfängt er sie.

Durchlaufende Posten sind beispielsweise Gebühren nach dem Gerichtskostengesetz. Sie dürfen in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung nicht als Betriebsausgabe/-einnahme gebucht werden. Bei der Weiterberechnung an den Mandanten fällt keine Umsatzsteuer an.

Handelt sich nicht um durchlaufende Posten, liegt Auslagenersatz vor. Die Kosten müssen dann dem Mandanten zuzüglich 19% Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden. Neben den oben genannten Fällen betrifft das auch:

  • Aktenversendungspauschalen;
  • Grundbuchauszüge;
  • Handelsregisterauszüge;
  • Einwohnermeldeamtanfragen.

Weitere News zum Thema

  • Tango-Unterricht durch Privatlehrerin umsatzsteuerfrei

    [] Privatlehrer, die Schul- und Hochschulunterricht erteilen, haben es nicht leicht. Da das europäische Recht auf deutscher Ebene noch nicht umgesetzt wurde, können sie nämlich nicht ohne Weiteres von der Umsatzsteuerfreiheit profitieren. mehr

  • Vorsteuer: Abzug jetzt weniger kompliziert

    [] Bei Fehlern in der Rechnung ist der Vorsteuerabzug schnell verloren – das ist ärgerlich. Der BFH hat jetzt in einem Punkt eine angenehm realitätsnahe Meinung und erleichtert Unternehmern das Leben. mehr

  • Fotograf macht auch Fotobuch: 19% USt auf alles

    [] Für die Bindung selbst gefertigter Bilder mittels Klemmlasche zu einem Fotobuch muss ein Fotograf 19% Umsatzsteuer berechnen. Fotografieren und Fotobuch-Erstellung werden hier umsatzsteuerlich als eine Gesamtleistung betrachtet, erklärte das FG Schleswig-Holstein. mehr

  • Umsatzsteuer: Zurechnung von Verkäufen über eBay

    [] Umsätze aus Verkäufen über die Internet-Auktions-Plattform eBay sind der Person zuzurechnen, unter deren Nutzernamen die Verkäufe ausgeführt wurden. Diese Person sei Unternehmer, erklärt das FG Baden-Württemberg. mehr

  • Legen eines Hauswasseranschlusses: 7% Umsatzsteuer

    [] Wenn der Hauswasseranschluss von einem Bauunternehmen gelegt wird und nicht von dem Wasserversorgungsunternehmen, das das Wasser liefert, gilt trotzdem der ermäßigte Umsatzsteuersatz. Das entschied der BFH. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.