Rechnungsschwund gefährdet Vorsteuerabzug

 - 

Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist das Vorliegen einer ordnungsgemäßen Rechnung. Geht die Rechnung verloren, muss ihr Vorliegen zum Zeitpunkt des Abzugs der Vorsteuer glaubhaft gemacht werden. Gelingt das nicht, kann es teuer werden.

Ein Unternehmer machte Vorsteuer in Höhe von annähernd 5.000 Euro geltend. Demgegenüber standen sehr geringe steuerpflichtige Umsätze. Das Finanzamt wurde misstrauisch und führte eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung durch. Es stellte sich heraus, dass der Selbstständige den überwiegenden Teil des Vorsteuerabzugs nicht rechtfertigen konnte, da ihm die dafür erforderlichen Rechnungen fehlten. Das Finanzamt erkannte daher nur Vorsteuer in Höhe von rund 30 Euro an und schätzte den zulässigen Abzugsbetrag dann später im Einspruchsverfahren auf 700 Euro.

Damit wollte sich der Unternehmer aber nicht zufrieden geben und zog vor Gericht. Seine Klage blieb allerdings erfolglos. Denn der Unternehmer konnte nicht glaubhaft machen, dass ihm die Rechnungen zum Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs tatsächlich vorgelegen haben. Seine Aussagen zum Verbleib der Rechnungen waren unstimmig. Zunächst erklärte er, die Dokumente seien aufgrund eines Umzuges in Kartons verpackt und könnte daher nicht vorgelegt werden. Später hieß es dann, die Rechnungen seien beim Umzug verloren gegangen. Auch aufgrund weiterer zweifelhafter Angaben in der Steuererklärung gelang es dem Unternehmer nicht, das Gericht von der Wahrheit seiner Aussagen zu überzeugen. Dadurch blieb es beim Verlust des Vorsteuerabzugs (FG München, Urteil vom 21.1.2009, Az. 14 K 2093/08).

Steuertipp
Das Gesetz legt fest: ohne Rechnung kein Vorsteuerabzug. Verlieren Sie eine Rechnung, sollten Sie sich eine Ersatzrechnung beschaffen und auf dieser den Verlust der Originalrechnung festhalten. Gelangen Sie an keine Ersatzrechnung, sollten Sie zumindest in der Lage sein, die dem Vorsteuerabzug zugrundeliegende Zahlung dokumentieren und den Verlust der Rechnung glaubhaft machen zu können.

Weitere News zum Thema

  • Kleine Umsatzsteuerkunde zum Thema Weihnachtsbaum

    [] Heilig Abend naht mit großen Schritten, und vielleicht haben auch Sie bereits einen Weihnachtsbaum gekauft. Wussten Sie, dass auf diesen Kauf – je nach Baum – zwischen Null und 19 Prozent Umsatzsteuer anfallen können? mehr

  • Aufzeichnungspflichten: Umsatzsteuerheft reicht nicht

    [] Führt ein Steuerpflichtiger ausschließlich ein Umsatzsteuerheft, in dem er die Tageserlöse in einer Summe einträgt, ohne weitere Ursprungsaufzeichnungen oder Kassenberichte oder ähnliches zu führen, erfüllt er nicht die Anforderungen an die Aufzeichnungspflichten gemäß § 4 Absatz 3 EStG. mehr

  • Vorsteuerabzug aus Rechnungen jetzt einfacher

    [] Bei einer fehlerhaften Rechnung ist der Vorsteuerabzug schnell in Gefahr. Eine Fehlerquelle hat der BFH entschärft: Es genüge, wenn die Rechnung eine Anschrift des leistenden Unternehmers enthalte, unter der er postalisch erreichbar sei. Die zusätzliche Angabe eines Ortes, an dem er seine Tätigkeit ausübe, sei nicht erforderlich, sagen die Richter. mehr

  • Umsatzsteuer: EuGH-Vorlage zu Sportvereinen

    [] Der BFH zweifelt an der Umsatzsteuerfreiheit von Leistungen, die Sportvereine gegen gesondertes Entgelt erbringen. Er hat daher ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) gerichtet. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.