Photovoltaik: hohe Steuererstattung durch Vorsteuerabzug

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Der Betrieb einer Photovoltaikanlage bleibt trotz mehrfacher Kürzung der Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz ein lohnendes Geschäft. Das liegt nicht allein an den kontinuierlich fließenden Einnahmen während des Betriebs der Anlage, sondern auch an den anfangs beträchtlichen Steuererstattungen.

Neben der Verringerung des zu versteuernden Einkommens durch die Bildung einer Rücklage für die Anschaffung der Anlage und die nach dem Kauf einsetzende Abschreibung wirkt sich vor allem der sogenannte Vorsteuerabzug in der Anfangszeit positiv aus.

Anschaffung der Anlage

Da ist zunächst die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer (=Vorsteuer), die nach der Lieferung der Anlage vom Finanzamt zurückgefordert werden kann. Bei Netto-Anschaffungskosten von 30.000 € beträgt die Vorsteuer immerhin 5.700 €. Interessant ist darüber hinaus der sich aus baulichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Installation der Anlage ergebende Vorsteuerabzug. Die seit 2012 geltende Rechtslage eröffnet folgende Spielräume:

Installation auf einem Carport

Die Photovoltaikanlage kann auf dem Dach eines neu errichteten Carports installiert werden. Der Umfang des Vorsteuerabzugs hängt dann davon ab, wie der Unterstellplatz genutzt wird. In den meisten Fällen wird der Carport nicht unternehmerisch, sondern privat verwendet. Die in den Baukosten enthaltene Vorsteuer darf dann nur anteilig im Umfang der unternehmerischen Nutzung abgezogen werden.

Ermittelt wird die unternehmerische Nutzung, indem der fiktive Ertrag aus der Vermietung des Daches dem fiktiven Ertrag aus der Vermietung des Unterstellplatzes gegenüber gestellt wird. Beträgt das Ertragsverhältnis beispielsweise 1 zu 3, dürfen 25 % der in den Baukosten enthaltenen Vorsteuerbeträge abgezogen werden.

Nutzung eines Schuppens oder einer Scheune

Vergleichbar stellt sich die Situation dar, wenn sich die Photovoltaikanlage auf dem Dach eines neu errichteten oder instandgesetzten Schuppens befindet. Wird der Schuppen für private Zwecke oder gar nicht genutzt, ist genauso wie beim Carport nur der anteilige Vorsteuerabzug aus den Herstellungs- oder Instandsetzungskosten zulässig. Die Höhe des Vorsteuerabzugs richtet sich nach dem Verhältnis von fiktivem Ertrag aus der Vermietung des Daches zu fiktivem Ertrag aus der Vermietung des Schuppens. Was für einen Schuppen gilt, lässt sich auch auf eine Scheune übertragen.

Asbestsanierung berechtigt nicht zum vollen Vorsteuerabzug

Der volle Vorsteuerabzug aus den Herstellungs- oder Instandsetzungskosten eines Daches ist grundsätzlich nur zulässig, wenn nicht nur das Dach, sondern das gesamte Gebäude unternehmerisch genutzt wird. Das gilt selbst dann, wenn das Dach, auf dem die Photovoltaikanlage montiert werden soll, vorher saniert werden muss, weil es asbesthaltige Materialien enthält (BFH-Urteil vom 14.3.2012, XI R 26/11 ).

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