Pauschaler Vorsteuerabzug: Was ist das und was bringt es?
Vielleicht erfüllen auch Sie die Voraussetzungen für die Vorsteuerpauschalierung?

Pauschaler Vorsteuerabzug: Was ist das und was bringt es?

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An die Erstattung von Vorsteuer werden normalerweise hohe formale Anforderungen gestellt. Es gibt aber auch ein einfaches Pauschalverfahren, um den Vorsteuerabzug zu berechnen. Vielleicht erfüllen auch Sie die Voraussetzungen für der pauschalen Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen?

Der Umstieg von der Normalbesteuerung auf den pauschalen Vorsteuerabzug (und umgekehrt) ist immer nur mit Wirkung zu Beginn eines Jahres möglich. Sie können also nicht einen Teil des Jahres die tatsächliche Vorsteuer geltend machen und dann während des Jahres auf die Vorsteuerpauschalierung umsteigen.

Ihre Umsätze in den Jahren 2020 und/oder 2021 sind unter 61.356 Euro gesunken? Prüfen Sie, ob sich für Sie für die Jahre 2021 und/oder 2022 die Vorsteuerpauschalierung lohnt!

 

Inhalt

 

 

Den folgenden Text haben wir dem Ratgeber »Vorteile des pauschalen Vorsteuerabzugs nutzen« entnommen.

 

 

    

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Darin erfahren Sie mehr zu:

 

  • Ziel der Vorsteuerpauschalierung Warum gerade jetzt?

  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Berechnung des pauschalen Vorsteuerabzugs

  • Was ist durch die pauschale Vorsteuer abgegolten?

  • Vollpauschalierung und Teilpauschalierung

  • Unternehmer mit verschiedenen Tätigkeiten

  • Auswirkungen auf Ihre Einnahmen-Überschuss-Rechnung

  • Von der Normalbesteuerung zur Pauschalierung (und umgekehrt)

 

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Hinweis: Auch im Loseblattwerk »Steuertipps für Selbstständige« sind diese Informationen enthalten.

 

 

Was bedeutet »pauschaler Vorsteuerabzug«?

Für 58 verschiedene Berufsgruppen besteht die Möglichkeit, die Vorsteuer nach einem Pauschalsatz beim Finanzamt geltend zu machen (§ 23 Umsatzsteuergesetz - UStG). Die Höhe dieses Pauschalsatzes ist abhängig vom jeweiligen Berufszweig und liegt zwischen 1,5 % (Rechtsanwälte und Notare) und 12,5 % (Brennstoff-Einzelhandel) des erzielten Umsatzes.

→ Hier finden Sie eine Liste mit den Branchen und Berufen, die die Vorsteuerpauschalierung nutzen dürfen! (Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung – UStDV – Anlage zu den §§ 69 und 70)

Für das Verfahren werden verschiedene Begriffe verwendet, die alle dasselbe meinen: So spricht man

  • von »Vorsteuerpauschalierung«,

  • vom »pauschalen Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen« oder

  • von »pauschaler Ermittlung der Vorsteuer«.

In Betracht kommt die Vorsteuerpauschalierung vor allem bei einer nebenberuflichen Tätigkeit mit entsprechend niedrigerem Umsatz.

Aber auch bei unvorhersehbaren Entwicklungen, wie etwa der Corona-Pandemie oder auch einem längeren Ausfall wegen Krankheit oder einer beruflichen Auszeit, kann die Vorsteuerpauschalierung interessant sein.

Pauschaler Vorsteuerabzug: Voraussetzungen

Um von der Vorsteuerpauschalierung zu profitieren, müssen Sie diese Voraussetzungen erfüllen:

  • Für Ihren Berufszweig sind Durchschnittssätze festgesetzt;

  • Sie dürfen Ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln;

  • Ihr Nettoumsatz im Vorjahr war nicht höher als 61.356 Euro.

Während es sich bei den beiden ersten Voraussetzungen um Kriterien handelt, die leicht mit »Ja« oder »Nein« beantwortet werden können, ist die Höhe des Nettoumsatzes im Vorjahr eine variable Größe, die Sie jedes Jahr überprüfen sollten.

Höherer Vorsteuerabzug dank pauschaler Abzüge?

Während der Corona-Pandemie sind bei vielen Selbstständigen die Umsätze in den Jahren 2020 und 2021 gesunken. Dann erfüllen sie vielleicht die Voraussetzungen für die Vorsteuerpauschalierung.

Und wenn nur niedrige mit Umsatzsteuer belastete Betriebsausgaben anfallen, wird der pauschale Vorsteuerabzug finanziell hoch-interessant: Denn dann kann sich beim Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen eine deutlich höhere Vorsteuer ergeben als beim Vorsteuerabzug nach den normalen Vorschriften.

Berechnung der pauschalen Vorsteuer

Um die Höhe der pauschalen Vorsteuer zu berechnen, wird der Nettoumsatz des laufenden Jahres ermittelt und darauf der für die Branche geltende pauschale Vorsteuersatz angewendet.

Unterstützungszahlungen aus den Corona-Hilfsprogrammen des Bundes und der Länder zählen nicht zu den steuerbaren Umsätzen: Sie stellen kein Entgelt für eine konkrete Leistung eines Unternehmers dar und sind daher weder in der Umsatzsteuer-Voranmeldung noch in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung anzugeben.

→ kostenloser Ratgeber Coronakrise: Hilfen vom Staat für Selbstständige

Vorsteuer-Pauschalregelung: So einfach ist der Antrag beim Finanzamt

Für den Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen ist kein förmlicher Antrag beim Finanzamt erforderlich: Sie brauchen nur in Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung oder Umsatzsteuererklärung die von Ihnen nach Durchschnittssätzen berechnete Vorsteuer in die dafür vorgesehene Formularzeile einzutragen: »Vorsteuerbeträge, die nach allgemeinen Durchschnittssätzen berechnet sind (§§ 23 und 23a Umsatzsteuergesetz - UStG)«.

Damit haben Sie dem Finanzamt mitgeteilt, dass Sie die Durchschnittsbesteuerung anwenden wollen. Wenn Sie dann vom Finanzamt nichts hören, und die Umsatzsteuer entsprechend Ihrer Erklärung festgesetzt wird, ist der Antrag genehmigt.

Auf die Vorsteuerpauschalierung haben Sie einen Rechtsanspruch!

Sogar dann, wenn das Finanzamt aus Ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder bei einer Betriebsprüfung sieht, dass die pauschale Vorsteuer weit höher ist als die tatsächliche Vorsteuer, darf es die Vorsteuerpauschale nicht als ungerechtfertigten Steuervorteil ablehnen (Abschn. 23.1 Abs. 1 Umsatzsteuer-Anwendungserlass - UStAE).

(MB, AW)

 

 

Diesen Text haben wir dem Ratgeber »Vorteile des pauschalen Vorsteuerabzugs nutzen« entnommen.

 

 

    

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Darin erfahren Sie mehr zu:

 

  • Ziel der Vorsteuerpauschalierung Warum gerade jetzt?

  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Berechnung des pauschalen Vorsteuerabzugs

  • Was ist durch die pauschale Vorsteuer abgegolten?

  • Vollpauschalierung und Teilpauschalierung

  • Unternehmer mit verschiedenen Tätigkeiten

  • Auswirkungen auf Ihre Einnahmen-Überschuss-Rechnung

  • Von der Normalbesteuerung zur Pauschalierung (und umgekehrt)

 

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Hinweis: Auch im Loseblattwerk »Steuertipps für Selbstständige« sind diese Informationen enthalten.

 

 

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