Ohne Liefer-/Leistungsdatum kein Vorsteuerabzug

 - 

Achten Sie unbedingt darauf, dass der Zeitpunkt, zu dem eine Lieferung oder Leistung ausgeführt wurde, in der Rechnung genannt ist. Denn ansonsten ist das Finanzamt berechtigt, Ihnen den Vorsteuerabzug zu versagen.

Aus Rechnungen, die sie als Unternehmer erhalten, dürfen Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen Vorsteuer geltend machen. Den Inhalt einer Rechnung regelt § 14 Abs. 4 UStG  Bis zu dessen Neufassung Ende 2006 ließ sich nicht ohne Weiteres feststellen, ob auf das Ausführungsdatum der Lieferung oder Leistung verzichtet werden kann, wenn es mit dem Rechnungsdatum übereinstimmt. Der Grund: Das Gesetz war unklar formuliert.

Der BFH hat nun für klare Verhältnisse gesorgt. Bereits vor der Neufassung des § 14 Abs. 4 UStG zählte der Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung generell zu den Pflichtangaben in einer Rechnung. Der ursprüngliche Gesetzeswortlaut sei so zu verstehen, dass nur bei Ausstellung einer Anzahlungs- oder Vorauszahlungsrechnung darauf verzichtet werden könne, den Zeitpunkt der Zahlung zu nennen, da dieser in den meisten Fällen noch nicht feststeht (BFH, Urteil vom 17.12.2008, Az. XI R 62/07).

Steuertipp
Prüfen Sie Ihre Eingangsrechnungen unbedingt auf Vollständigkeit. Denn Rechnungsmängel gehen zu Ihren Lasten. Das Finanzamt kann Ihnen noch nach Jahren rückwirkend den Vorsteuerabzug streichen. Die Vorsteuer ist dann nicht nur zurückzuzahlen, sondern meistens auch zu verzinsen.

Auch Ihre Ausgangsrechnungen sollten den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Denn bekommt Ihre Kunde Ärger mit dem Finanzamt, wird sich das wahrscheinlich negativ auf Ihre Geschäftsbeziehung auswirken. Im Extremfall können Sie sogar mit Schadenersatzforderungen Ihres Kunden konfrontiert werden.

Diese Angaben gehören in eine korrekte Rechnung:

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  • Name und Anschrift des Leistungsempfängers
  • Steuernummer oder USt-ID des leistenden Unternehmers
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Menge und Art des gelieferten Gegenstands oder Umfang und Art der sonstigen Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung
  • Entgelt aufgeschlüsselt nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen
  • Vereinbarte Entgeltsminderung
  • Steuersatz und Umsatzsteuerbetrag oder Hinweis auf Steuerbefreiung

 

Weitere News zum Thema

  • Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften ab 2017

    [] Ab 2017 unterliegt die Verpachtung der Jagd mit dem Regelsteuersatz von 19 % der Umsatzsteuer. Eine Übergangsregelung ermöglicht jedoch die Anwendung des bisherigen Rechts bis Ende 2020, der Antrag hierzu muss bis 31.12.2016 gestellt werden. Darauf weist das LfSt Bayern hin. mehr

  • Umsatzsteuerliche Einordnung einer Online-Partnervermittlung

    [] Mit auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen i.S. des Umsatzsteuerrechts beim Bereitstellen einer Datenbank (Suchmaschine) im Internet hat sich der BFH beschäftigt. Einfacher ausgedrückt ging es um eine Online-Partnervermittlung. mehr

  • Tomatis-Therapie nur mit Umsatzsteuer

    [] Die Umsätze aus therapeutischen Maßnahmen für Hör- und Wahrnehmungsstörungen nach der Tomatis-Methode sind nicht als ähnliche heilberufliche Tätigkeit gemäß § 4 Nr. 14 UStG umsatzsteuerfrei. mehr

  • Gewährung des Vorsteuerabzugs aus Billigkeitsgründen

    [] Vorsteuerabzug im Billigkeitsverfahren setzt voraus, dass der Unternehmer gutgläubig war und alle Maßnahmen ergriffen hat, die vernünftigerweise von ihm verlangt werden können, um sich von der Richtigkeit der Angaben in der Rechnung zu überzeugen und seine Beteiligung an einem Betrug ausgeschlossen ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.