Mehr Dinner oder Show?

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Bei der Umsatzsteuer wird es schnell kompliziert, wenn sich eine Leistung aus mehreren Teilen zusammensetzt, die bei getrennter Ausführung unterschiedlich besteuert würden. Es stellt sich dann die Frage, ob eine einheitliche Leistung vorliegt und welcher Steuersatz gilt.

Das Essen im Restaurant unterliegt dem Regelsteuersatz von 19 Prozent. Theateraufführungen werden dagegen ermäßigt mit 7 Prozent besteuert, sofern sie nicht von der Umsatzsteuer befreit sind.

Ein Unternehmer veranstaltet sogenannte Dinnershows. Solche Veranstaltungen zeichnen sich dadurch aus, dass Gäste in stilvoller Umgebung essen und dabei von Künstlern unterhalten werden.

Würde sich eine Dinnershow aus zwei selbstständigen Hauptleistungen zusammensetzen, wäre es möglich, den Preis für die Veranstaltung aufzuteilen und die Leistungen getrennt voneinander zu besteuern. Das ist bei einer solchen Veranstaltung aber nicht möglich, da der Mix aus Bewirtung und künstlerischer Darbietung zentrales Merkmal des Angebots ist. Die beiden Elemente bilden eine wirtschaftliche Einheit und sind daher auch einheitlich zu besteuern.

Die Oberfinanzdirektion (OFD) Rheinland stellt fest: Bei einer Dinnershow ist die Beköstigung der Gäste die Hauptleistung. Die künstlerische Darbietung rundet das Angebot nur ab und ist daher eine Nebenleistung. Infolgedessen gibt die Bewirtung den Steuersatz von 19 Prozent für die Gesamtleistung vor (OFD Rheinland vom 20.3.2009, Kurzinfo USt 6/2009, nicht veröffentlicht).

Dass die OFD Rheinland zu diesem Ergebnis kommt, ist wenig überraschend. Denn die Finanzverwaltung hat ein besonderes Interesse an üppigen Steuerreinnahmen. Und 19 Prozent Umsatzsteuer spülen dem Fiskus deutlich mehr in die Kasse als 7 Prozent.

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