Kein Vorsteuerabzug bei ungenauer Beschreibung

 - 

Bei Umsatzsteuerprüfungen werden Eingangsrechnungen genau unter die Lupe genommen. Ist die Leistungsbeschreibung zu schwammig, kann der Vorsteuerabzug gestrichen werden. Zusätzlich fallen noch Nachzahlungszinsen an.

Leider gelingt es nicht immer, vom Lieferanten eine korrigierte Rechnung mit präziser Leistungsbeschreibung zu erhalten und damit wenigstens den Vorsteuerabzug in einem späteren Jahr sicherzustellen. Typische Fälle für eine zu vage Beschreibung: Bauarbeiten, Beratungsleistungen, IT-Dienstleistungen.

So wurde wegen unzureichender Leistungsbeschreibung der Vorsteuerabzug in Höhe von 368.130,15 € aus einer Rechnung abgelehnt, in der es hieß: ... gemäß unserer Vereinbarung berechnen wir Ihnen für das Objekt ... die Neubau- und Modernisierungskosten zu einem Gesamtpreis von .... Die Richter bemängelten, dass die Vereinbarung nicht eindeutig bezeichnet wurde, auf die in der Rechnung Bezug genommen wurde (FG Sachsen-Anhalt vom 13.12.2013, 5 K 914/08 ).

Die Rechnungsangaben müssen also dem Finanzamt eine leicht nachprüfbare Identifizierung der ausgeführten Leistungen ermöglichen. Der Prüfer darf allerdings nicht fordern, dass die entsprechende Vereinbarung mit den Rechnungsdetails der Rechnung beigefügt sein muss, wenn es in der Rechnung beispielsweise heißt laut schriftlicher Vereinbarung vom 20.1.2013. Der BFH hat nämlich eindeutig klargestellt, dass der Hinweis in der Rechnung auf eine Vereinbarung genügt, sofern die Vereinbarung schriftlich vorliegt und eindeutig bezeichnet wird. Der Vertrag oder die Rahmenvereinbarung muss daher ein Datum aufweisen und in den Geschäftsunterlagen leicht auffindbar sein (BFH-Urteil vom 16.1.2014, V R 28/13 ).

Weitere News zum Thema

  • Umsatzsteuer: Die Fragen machen selbst vor der Wiesn nicht Halt

    [] Für den Steuerrechtler bedeutet Umsatzsteuer vor allem: viele Gerichtsverfahren – und den einen oder anderen Sachverhalt, der ein bisschen Farbe in den Steuer-Alltag bringt. Passend zum heutigen Oktoberfest-Beginn geht es jetzt um die Brezenläufer in den Bierzelten. mehr

  • Gutscheine und Umsatzsteuer: Änderungsvorschläge und Kritik

    [] Mit der Gutschein-Richtlinie des Rats der Europäischen Union wurden spezielle Vorschriften für die mehrwertsteuerliche Behandlung von Gutscheinen in die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie eingefügt. Das Bundesministerium der Finanzen hat zur Umsetzung der Neuerungen einen ersten Gesetzesvorschlag vorgelegt. mehr

  • Umsatzsteuer: Provisionen einer Kur-Beraterin

    [] Unterliegen Provisionen, die eine Kurberaterin für die Vermittlung von Mutter/Vater-Kind-Kuren von den Kliniken erhält, der Umsatzsteuer? Mit dieser Frage beschäftigte sich das FG Münster. mehr

  • Umsatzsteuerliche Rückabwicklung in sog. Bauträger-Fällen

    [] Ein Bauträger schuldet die Umsatzsteuer aus den von ihm bezogenen Bauleistungen solange, bis er den Steuerbetrag an die leistenden Bauunternehmer bezahlt hat, wenn er rechtsirrig von einer nach § 13b Abs. 5 Satz 2, Abs. 2 Nr. 4 UStG bestehenden Umkehr der Steuerschuldnerschaft ausgegangen ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.