Handauflegen ist keine Heilbehandlung

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Ein Heiler, der durch Handauflegen heilt, erbringt keine Heilbehandlung – jedenfalls nicht im umsatzsteuerlichen Sinn. Lesen Sie hier, über welchen Fall des FG Schleswig-Holstein zu entscheiden hatte.

Umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 14 UStG sind Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Ausübung der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer ähnlichen heilberuflichen Tätigkeit durchgeführt werden.

Darauf berief sich ein Heiler, der ein polnisches Diplom aus dem Bereich der Naturheilkunde vorlegte und meinte, eine Tätigkeit im Sinne des Heilpraktikergesetzes auszuüben. In den Streitjahren hatte er Leistungen gegenüber Menschen erbracht, die verschiedene Leiden hatten, wie z. B. Warzen, Gürtelrosen, Raucherentwöhnung, Raucherbeine, Rückenprobleme, Herzerkrankungen oder Übergewicht. Er ließ sich die Leiden der Menschen erklären und legte dann seine Hand auf eine bestimmte Stelle, die er nach dem Gespräch mit dem Patienten für die richtige hielt. So erfolgte die Heilung bzw. Linderung des jeweiligen Leidens.

Die Richter des FG Schleswig-Holstein waren anderer Meinung. Sie erklärten, die Steuerbefreiung gem. § 4 Nr. 14 UStG setze bei richtlinienkonformer Auslegung voraus, dass der Unternehmer eine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin durch ärztliche oder arztähnliche Leistungen erbringe und dass er die dafür erforderliche Qualifikation besitze.

Da Heilpraktiker neben einer bestandenen Prüfung zwingend auch noch eine behördliche Erlaubnis für ihre Tätigkeit brauchen – die hier nicht vorlag – war diese Entscheidung letztendlich kurz und schmerzlos. Letztes vor allem für die Richter: Denn mit der Frage, ob das polnische Diplom einer deutschen Heilpraktikerausbildung gleichwertig war und anerkannt werden musste, brauchten sie sich gar nicht erst zu beschäftigen (FG Schleswig-Holstein, Urteil vom 21.11.2016, Az. 4 K 153/13).

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