GmbH-Gründer: Tücken beim Vorsteuerabzug

 - 

Der BFH begrenzt den Vorsteuerabzug für Unternehmensgründer und entscheidet: Der Gesellschafter einer erst noch zu gründenden GmbH ist im Hinblick auf eine beabsichtigte Unternehmenstätigkeit der GmbH grundsätzlich nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Was bedeutet das?

So viel sei schon verraten: Die Tücke liegt zum Teil in der Tatsache, dass im entschiedenen Fall eine GmbH gegründet werden sollte. Bei der Gründung einer Personengesellschaft wäre die Sache anders gelaufen.

Aber von Anfang an:

Ein Arbeitnehmer wollte sich selbstständig machen und eine GmbH gründen. Diese GmbH sollte im Rahmen eines Unternehmenskaufs die Betriebsmittel einer anderen erwerben. Der Gründer in spe ließ sich durch eine Unternehmensberatung für Existenzgründer und einen Rechtsanwalt beraten. GmbH-Gründung und Unternehmenskauf unterblieben letztendlich, der Angestellte ging aber trotzdem davon aus, dass er die Umsatzsteuer aus den Rechnungen seiner Berater als Vorsteuerabzug geltend machen dürfe.

Das Finanzgericht teilte diese Meinung – der BFH nicht. Als Grund für die Versagung des Vorsteuerabzugs nannten die Richter die rechtliche Eigenständigkeit der GmbH und führten aus, dass ein Gesellschafter zwar den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen könne, wenn er Vermögensgegenstände erwerbe, um diese auf die GmbH zu übertragen (sog. Investitionsumsatz). Beratungsleistungen sind jedoch nicht übertragungsfähig. Also kann es auch keinen Vorsteuerabzug geben (BFH-Urteil vom 11.11.2015, V R 8/15 ).

Wann wäre ein Vorsteuerabzug möglich gewesen?

  • Beim Erwerb eines übertragungsfähigen Vermögensgegenstands, wenn er also zum Beispiel ein Grundstück gekauft und dieses anschließend in die (gegründete) GmbH eingelegt hätte;

  • beim Kauf des Unternehmen mit dem Ziel, es als Einzelunternehmer zu betreiben.

Dann wäre sogar bei einer erfolglosen Unternehmensgründung der Vorsteuerabzug möglich gewesen.

Weitere News zum Thema

  • Vorsteuer: Abzug jetzt weniger kompliziert

    [] Bei Fehlern in der Rechnung ist der Vorsteuerabzug schnell verloren – das ist ärgerlich. Der BFH hat jetzt in einem Punkt eine angenehm realitätsnahe Meinung und erleichtert Unternehmern das Leben. mehr

  • Fotograf macht auch Fotobuch: 19% USt auf alles

    [] Für die Bindung selbst gefertigter Bilder mittels Klemmlasche zu einem Fotobuch muss ein Fotograf 19% Umsatzsteuer berechnen. Fotografieren und Fotobuch-Erstellung werden hier umsatzsteuerlich als eine Gesamtleistung betrachtet, erklärte das FG Schleswig-Holstein. mehr

  • Umsatzsteuer: Zurechnung von Verkäufen über eBay

    [] Umsätze aus Verkäufen über die Internet-Auktions-Plattform eBay sind der Person zuzurechnen, unter deren Nutzernamen die Verkäufe ausgeführt wurden. Diese Person sei Unternehmer, erklärt das FG Baden-Württemberg. mehr

  • Legen eines Hauswasseranschlusses: 7% Umsatzsteuer

    [] Wenn der Hauswasseranschluss von einem Bauunternehmen gelegt wird und nicht von dem Wasserversorgungsunternehmen, das das Wasser liefert, gilt trotzdem der ermäßigte Umsatzsteuersatz. Das entschied der BFH. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.