Für teure Betriebsveranstaltungen gibt es keinen Vorsteuerabzug

 - 

Liegen bei einem Betriebsausflug die Kosten je Teilnehmer über der Freigrenze von 110 Euro, so steht dem Arbeitgeber nach einem Urteil des BFH dafür kein Vorsteuerabzug zu.

Arbeitgeber müssen bei einem Betriebsausflug die Freigrenze von 110 Euro beachten. Sobald die Kosten je Arbeitnehmer diese Grenze übersteigen, wird der Gesamtbetrag als Arbeitslohn angesehen. Und darauf muss der Arbeitgeber pauschale Lohnsteuer zahlen. Nicht klar war bisher, ob diese Freigrenze auch bei der Umsatzsteuer Gültigkeit hat.

Der BFH hat nun entschieden, dass die seit vielen Jahren unveränderte Freigrenze auch umsatzsteuerlich relevant ist. Bei Übersteigen der Freigrenze sei davon auszugehen, dass es sich nicht mehr um einen Leistungsbezug für das Unternehmen handelt, sondern um Aufwendungen für die Privatsphäre der Arbeitnehmer. Auch der mittelbar verfolgte Zweck, das Betriebsklima zu verbessern, ändert daran nichts. In diesem Fall steht dem Unternehmer für die Kosten von vornherein kein Vorsteuerabzug zu (BFH, Urteil vom 9.12.2010, Az. V R 17/10).

Nach bisheriger Auffassung der Finanzverwaltung wurde dagegen bei Kosten über 110 Euro der Vorsteuerabzug gewährt, dafür aber eine Entnahme versteuert. Die neue Sichtweise des BFH wirkt sich vorteilhaft aus, wenn es um umsatzsteuerfreie Leistungen wie zum Beispiel einen Theaterbesuch geht.

Weitere News zum Thema

  • 19% USt auf Kostümparty eines Karnevalsvereins

    [] Kostümpartys von Karnevalsvereinen gehören auch in der Karnevalswoche nicht immer zum steuerbegünstigten Brauchtum. Das entschied der BFH. Das FG Köln (wer auch sonst) hatte noch anders entschieden. mehr

  • Gut für Unternehmer: Rückwirkung von Rechnungsberichtigung

    [] Berichtigt der Unternehmer eine Rechnung für eine von ihm erbrachte Leistung, wirkt dies auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Rechnungsausstellung zurück. Mit dieser Entscheidung ändert der BFH seine bisherige Meinung und widerspricht der Finanzverwaltung. Warum das für Unternehmer wichtig ist. mehr

  • Partyservice: Wann gelten 7% Umsatzsteuer?

    [] Wer einen Partyservice betreibt, muss aufpassen. Denn nicht alles, was außer Haus zum Kunden geliefert wird, unterliegt dem ermäßigter Umsatzsteuersatz. Das zeigt ein aktuell veröffentlichter Beschluss des FG Hamburg. mehr

  • Kleine Umsatzsteuerkunde zum Thema Weihnachtsbaum

    [] Heilig Abend naht mit großen Schritten, und vielleicht haben auch Sie bereits einen Weihnachtsbaum gekauft. Wussten Sie, dass auf diesen Kauf – je nach Baum – zwischen Null und 19 Prozent Umsatzsteuer anfallen können? mehr

  • Immer noch strittig: Umsatzsteuer-Vorauszahlung und Zehn-Tage-Regel

    [] Das FG Thüringen entschied, kalendarische Zufälle, die in einzelnen Jahren zu einer Verschiebung der Fälligkeit führen, könnten nicht darüber entscheiden, wann sich eine Zahlung als Betriebsausgabe auswirke. Leider wurde gegen das Urteil Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.