eBay- und Google-Gebühren: Umkehr der Steuerschuldnerschaft

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Als Unternehmer können Sie Ihre Produkte über die Internetplattform eBay verkaufen. Weisen Sie eBay Ihre Unternehmereigenschaft nach, zahlen Sie auf die Verkaufsgebühren keine Umsatzsteuer. Warum ist das so?

Eine gegenüber einem Unternehmer erbrachte Vermittlungsleistung wird dort ausgeführt, wo sich der Sitz des Leistungsempfängers befindet. Empfänger der Vermittlungsleistung sind Sie. Und da sich der Sitz Ihres Unternehmens in Deutschland befindet, wird die Leistung im Inland ausgeführt. Folge: Die Vermittlungsleistung ist in Deutschland umsatzsteuerpflichtig.

Der Unternehmenssitz von eBay befindet sich in Luxemburg. Da die Vermittlungsleistung aber nicht dort ausgeführt wird, entsteht auch keine luxemburgische Umsatzsteuer. eBay erteilt Ihnen daher eine Rechnung ohne ausländische Umsatzsteuer.

eBay muss Ihnen auch keine deutsche Umsatzsteuer in Rechnung stellen, obwohl die Vermittlungsleistung in Deutschland steuerpflichtig ist. Denn es kommt zur Umkehr der Steuerschuldnerschaft, das heißt, Sie müssen die fällige Umsatzsteuer unter Berücksichtigung des Steuersatzes von 19% ermitteln und an das Finanzamt zahlen. Der Clou: Sie geben nicht nur die Umsatzsteuer in Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung an, sondern gleichzeitig auch die sich aus Ihrer Zahlung ergebende Vorsteuer. Das Ganze läuft also auf ein Nullsummenspiel heraus.

Schalten Sie für Ihr Unternehmen Anzeigen im Internet und nutzen Sie dabei das Google-Angebot AdWords, zahlen Sie ebenfalls Vermittlungsgebühren. Aus umsatzsteuerlicher Sicht geschieht das Gleiche wie bei den eBay-Gebühren. Auch Google hat seinen Sitz im europäischen Ausland (Irland) und übermittelt Ihnen eine Rechnung ohne Umsatzsteuer, sofern Sie Ihre Unternehmereigenschaft nachgewiesen haben. Auch in diesem Fall wird die Vermittlungsleistung in Deutschland ausgeführt und unterliegt daher der deutschen Umsatzsteuer. Die Umkehr der Steuerschuldnerschaft führt dazu, dass Sie als Leistungsempfänger die Steuer ermitteln und in Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung angeben müssen. Im Gegenzug können Sie die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.

Kleinunternehmer haben folgende Besonderheit zu beachten: Die Umkehr der Steuerschuldnerschaft wird durch den Kleinunternehmer-Status nicht aufgehoben. Auch Kleinunternehmer müssen daher ausnahmsweise eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben.

 

Steuertipp
Wenn Sie mit eBay oder Google in geschäftlichem Kontakt stehen, sollten Sie nicht vergessen, Ihren Unternehmer-Status nachzuweisen. Den Nachweis erbringen Sie gewöhnlich durch Mitteilung Ihrer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Sonst wird Ihnen nämlich ausländische Umsatzsteuer in Rechnung gestellt, die Sie in Deutschland nicht als Vorsteuer abziehen können. Bei der Umkehr der Steuerschuldnerschaft bleibt es trotzdem. Sie müssen also zusätzlich in Deutschland Umsatzsteuer entrichten.

 

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