Abschaffung des Seeling-Modells: Jetzt doch großzügige Übergangsregelung

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Der Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2010 sieht für Seeling-Fälle eine Übergangsregelung vor. Wer bis zum 31.12.2010 mit der Herstellung des Gebäudes beginnt oder den Kaufvertrag abschließt, kann das Modell noch nutzen.

Das Seeling-Modell ermöglichte seit 2004 den Vorsteuerabzug aus den Baukosten der privaten Wohnung eines Unternehmers in einem gemischt genutzten Gebäude. Auf EU-Ebene wurde diese Gestaltung jedoch vor kurzem abgeschafft. Die Mitgliedstaaten müssen die neuen Vorschriften bis zum 1.1.2011 in nationales Recht umsetzen. Details zum Hintergrund.

Die Umsetzung ins deutsche Umsatzsteuerrecht soll durch das noch nicht verabschiedete Jahressteuergesetz 2010 erfolgen. Im Referentenentwurf war keine Übergangsregelung vorgesehen. Danach sollte das Seeling-Modell nur noch für Gebäude anwendbar sein, die bis zum Stichtag 31.12.2010 fertiggestellt bzw. angeschafft worden sind.

Das hätte für viele Bauvorhaben zu Finanzierungsschwierigkeiten führen können. Denn bei einer nahe an den Stichtag heranreichenden geplanten Fertigstellung wäre der Liquiditätsvorteil in Gestalt der Vorsteuererstattung nicht gesichert gewesen. Deshalb protestierten Steuerberater, die Bauwirtschaft und Steuerrechtsexperten gegen den Gesetzentwurf und forderten eine großzügigere Lösung im Sinne der Betroffenen. Diese Proteste waren erfolgreich. Aus Gründen des Vertrauensschutzes wird nun im Regierungsentwurf zum Jahressteuergesetz 2010 eine angemessene Übergangsfrist gewährt.

Nach der jetzigen Formulierung kann das Seeling-Modell unter folgenden Voraussetzungen weiter genutzt werden:

  • Beim Kauf eines Gebäudes muss der Kaufvertrag vor dem 1.1.2011 abgeschlossen werden.
  • Bei der Herstellung eines Gebäudes muss der Bauantrag vor dem 1.1.2011 gestellt werden.
  • Bei genehmigungsfreien Bauten müssen die Bauunterlagen vor dem 1.1.2011 eingereicht werden.

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