Vorsicht bei Geschäftsfahrten mit dem Privatwagen

 - 

Wenn Sie als Selbstständiger Ihr Privatauto für geschäftliche Fahrten benutzen, wissen Sie dann ungefähr, zu wie viel Prozent Sie Ihren Privatwagen beruflich nutzen? Das sollten Sie – denn schnell wird aus einem Privatfahrzeug ungewollt ein Firmenwagen!

Wenn Sie ein Auto zu mehr als 50 % betrieblich nutzen, gehört es automatisch zum notwendigen Betriebsvermögen – weitere Erklärungen oder Buchungen sind nicht erforderlich. Das bestätigte der BFH im Fall eines selbstständigen Rechtsanwalts, der der Meinung war, er habe den Wagen ja nicht ausdrücklich ins Betriebsvermögen eingelegt und in sein Anlagenverzeichnis aufgenommen (Beschluss vom 13.5.2014, Az. III B 152/13). Egal, sagten die Richter: Was zählt, ist allein der Anteil der betrieblichen Nutzung. Wenn diese mehr als 50 % beträgt, wechselt der Pkw automatisch die Seiten und wird vom Privat- zum Firmenwagen.

Warum ist der Wechsel so ärgerlich?

Wenn Sie mit Ihrem privaten Pkw geschäftliche Fahrten unternehmen, können Sie die Reisekostenpauschale von 30 Cent pro gefahrenen Kilometer als Betriebsausgabe geltend machen. So kommt oft eine stolze Summe für die Steuererklärung zusammen.

Ein Geschäftswagen wird dagegen komplett anders behandelt – und wenn Sie kein Fahrtenbuch geführt haben, das Sie dem Finanzamt vorlegen können (wer tut das schon bei einem – vermeintlich – privaten Fahrzeug?), dann wendet das Finanzamt zur Ermittlung und Versteuerung des Privatanteils die 1 %-Methode an.

Die mit der Kilometerpauschale ermittelten Betriebsausgaben werden gestrichen und der Privatanteil rückwirkend nach der 1 %-Methode ermittelt. Bei älteren Fahrzeugen kommt es dann oft zur sogenannten Kostendeckelung - und die führt dazu, dass sich trotz vieler betrieblich gefahrener Kilometer keine Fahrzeugkosten steuerlich auswirken.

Dagegen hilft nur eines: Halten Sie jedes Jahr die Gesamtfahrleistung fest und achten Sie darauf, dass die betrieblichen Fahrten unter der Grenze von 50 % bleiben. Dann haben Sie zwar weniger Betriebsausgaben, als wenn Sie deutlich mehr Kilometer abrechnen und damit ungewollt über die Grenze kommen – aber diese Betriebsausgaben sind Ihnen wenigstens sicher.

Weitere News zum Thema

  • 1%-Methode und Listenpreis bei Taxis

    [] Mit der Ermittlung des Listenpreises von Taxis bei der 1 %-Regelung beschäftigte sich das FG Düsseldorf: Im zu entscheidenden Fall gab es unterschiedliche Listen für Taxis und "normale" Fahrzeuge. mehr

  • Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften ab 2017

    [] Ab 2017 unterliegt die Verpachtung der Jagd mit dem Regelsteuersatz von 19 % der Umsatzsteuer. Eine Übergangsregelung ermöglicht jedoch die Anwendung des bisherigen Rechts bis Ende 2020, der Antrag hierzu muss bis 31.12.2016 gestellt werden. Darauf weist das LfSt Bayern hin. mehr

  • Investieren soll steuerlich interessanter werden

    [] Die Bundesregierung will die Rahmenbedingungen für die Kapitalausstattung und das weitere Wachstum von Unternehmen verbessern und hat dazu den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften beschlossen. mehr

  • Umsatzsteuerliche Einordnung einer Online-Partnervermittlung

    [] Mit auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen i.S. des Umsatzsteuerrechts beim Bereitstellen einer Datenbank (Suchmaschine) im Internet hat sich der BFH beschäftigt. Einfacher ausgedrückt ging es um eine Online-Partnervermittlung. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.