Trennung von Einkünften bringt Steuervorteil

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Gehen Sie als Selbstständiger gleichzeitig einer freiberuflichen und einer gewerblichen Tätigkeit nach, sollten Sie die Tätigkeiten steuerlich trennen. Dadurch können Sie möglicherweise der Gewerbesteuer entgehen.

Ein selbstständiger Physiotherapeut war sowohl Inhaber einer Krankengymnastikpraxis als auch eines daran angeschlossenen Fitnessstudios.

Werden diese beiden unternehmerischen Tätigkeiten isoliert voneinander betrachtet, kommt es zum einen zur Erzielung von Einkünften aus selbstständiger Arbeit (Krankengymnastik) und zum anderen zur Erzielung von Einkünften aus Gewerbebetrieb (Fitnessstudio).

Auch das gleichzeitige Ausüben der beiden Tätigkeiten hinderte den Physiotherapeuten nicht daran, seine Gesamttätigkeit in einen freiberuflichen und einen gewerblichen Teil aufzuspalten und zwei Einkunftsarten in der Steuererklärung anzugeben. Das akzeptierte das Finanzamt allerdings nicht. Es ging stattdessen von einer einheitlichen gewerblichen Tätigkeit aus und hatte dabei natürlich die Gewerbesteuer im Blick.

Mit dieser Sichtweise wollte sich der Physiotherapeut aber nicht abfinden und klagte vor dem FG Baden-Württemberg. Dort bekam er recht. Sofern sich zwei selbstständige Tätigkeiten nicht gegenseitig unlösbar bedingen, können sie steuerlich getrennt und verschiedenen Einkunftsarten zugeordnet werden, so das Gericht (FG Baden-Württemberg vom 27.10.2010, 2 K 139/05, EFG 2011 S. 536).

Die steuerliche Trennung der Tätigkeiten ist selbst dann möglich, wenn zwischen ihnen sachliche und wirtschaftliche Bezugspunkte bestehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn dieselben Räume genutzt werden oder dasselbe Personal zum Einsatz kommt.

Der Gewerbesteuerfreibetrag bei Einzelunternehmen beträgt 24.500,00 €. Wird eine gemischte Tätigkeit in einen gewerblichen und freiberuflichen Teil aufgesplittet, ist der Gewerbesteuerfreibetrag in vielen Fällen nicht überschritten und keine Gewerbesteuer zu zahlen.

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