Subunternehmer: Gewerblichkeit lässt sich nicht vermeiden

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Subunternehmer werden es auch in Zukunft nicht schaffen, als Freiberufler anerkannt zu werden. Das gilt selbst dann, wenn sie für einen Freiberufler tätig werden - z.B. als Unternehmensberater für einen Steuerberater.

Der Fall:

Ein freier Mitarbeiter eines Steuerberaters wickelte eigenständig die Veräußerung von 17 Betrieben ab. Dafür qualifizierten ihn nicht nur seine Banklehre, sondern auch eine inzwischen aufgegebene Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter zweier GmbHs.

Die Honorarabrechnung gegenüber dem Steuerberater erfolgte auf Stundenbasis. Ein festes Gehalt bekam der freie Mitarbeiter nicht. Auch bezahlter Urlaub oder eine Entlohnung im Krankheitsfall war nicht vorgesehen.

Der freie Mitarbeiter ging daher in seiner Einkommensteuererklärung davon aus: Ich bin freiberuflich tätig. Finanzamt und Finanzgericht teilten diese Auffassung allerdings nicht: Sie stuften ihn als gewerbesteuerpflichtigen Gewerbetreibenden ein.

Das sagt der BFH:

Auch der BFH ging nicht von einer freiberuflichen Tätigkeit aus. Insbesondere die Vergleichbarkeit der Tätigkeit mit der eines beratenden Betriebswirts erkannte er nicht an. Denn dazu fehle die entsprechende Vorbildung. Der »freie Mitarbeiter« war als Subunternehmer für den Steuerberater tätig und daher Gewerbetreibender.

Fatal auch für den Steuerberater selbst: Der BFH ging davon aus, dass auch der Steuerberater jetzt gewerblich tätig wurde. Denn nach der so genannten »Vervielfältigungstheorie« wird ein Freiberufler, der seine Hauptaufgaben an einen anderen weitergibt, ebenfalls zum Gewerbetreibenden!

BFH, Urteil vom 28.4.2005, Az. IV R 41/03

Eine ausführliche Liste mit Beispielen für gewerbliche und freiberufliche Tätigkeiten finden Sie hier in unserem Leserservice.

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