Steuerrechtliche Einordnung zur Kaufprämie für Elektroautos

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Das geplante Förderprogramm für Elektroautos ist durch. Bereits ab Mai 2016 soll die sog. Kaufprämie gezahlt werden. Das bedeutet bis zu 4.000 € für den Kauf eines batteriebetriebenen Fahrzeugs. Wie das Ganze genau ablaufen soll, ist noch nicht klar. Gerade bei der steuerrechtlichen Abwicklung sind noch Fragen offen. Der folgende Beitrag bringt Sie auf Stand.

Auch wenn derzeit die Spritpreise so niedrig sind wie lange nicht mehr, gilt es über kurz oder lang umzudenken. Erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge stehen daher immer wieder im politischen Fokus. Um gerade den Bereich der Elektroautos wirtschaftlich anzukurbeln, haben sich die Vertreter der Bundesregierung und die Spitzen der deutschen Autobranche zu einem Autogipfel im Kanzleramt getroffen und eine Kaufprämie beschlossen, um den Wechsel von Verbrennungsmotoren zu E-Mobilen attraktiver zu machen.

Fazit aus dem Gipfel: Elektroautos werden ab Mitte Mai subventioniert. Insgesamt will der Bund bis 2020 eine Milliarde Euro zahlen. Davon werden dann 600 Millionen Euro als Prämie an die Käufer von batteriebetriebenen Fahrzeugen gehen. Für das reine E-Auto gibt es 4.000 €, für Hybride 3.000 €.

Von dem Bonus können Käufer nur profitieren, wenn

  • der Hersteller die Hälfte der Prämie auch tatsächlich trägt und

  • der Verkaufspreis des Basismodels nicht über 60.000 € liegt.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektrofahrzeug zuzulegen, sollte nicht allzu lange warten. Es gilt nämlich das Prinzip first come, first serve. Wenn der Geldtopf ausgeschöpft ist, ist keine Bezuschussung mehr drin.

Wie erhält man die Kaufprämie?

Um den Zuschuss zu bekommen, muss der Kunde per Kaufvertrag nachweisen, dass der Hersteller des Wagens seinen Anteil an der Prämie gezahlt, also vom Kaufpreis abgezogen, hat. Durch diesen Nachweis wird auf Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dann der Bundesanteil ausgezahlt. Die Prämie gilt für Privatleute und Unternehmer gleichermaßen.

Was ist bei betrieblichen E-Fahrzeugen zu beachten?

Dank der Prämie könnten Elektroautos für den Betriebsfuhrpark interessant werden. Elektroautos als Dienstfahrzeuge werden aber steuerlich etwas anders behandelt als Benziner oder Diesel.

Wird ein betriebliches Elektrofahrzeug privat genutzt Nutzung, ist zwar auch hier die sog. 1 %- Methode anzuwenden. Dabei wird pauschal monatlich 1 % des Brutto-Listenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung als geldwerter Vorteil versteuert.

Die Kaufprämie hat jedoch keinen Einfluss auf den für die Besteuerung heranzuziehenden Listenpreis. Der Geldbetrag wurde einfach beim Kauf gespart. Die Besonderheit bei Elektroautos liegt vielmehr darin, dass das Batteriesystem pauschal vom Brutto-Listenpreis abgezogen werden darf. Für die Minderung kommt es darauf an, wann das Auto angeschafft wurde und wie viel die Batterie speichern kann (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG).

Wie der Zuschussanteil des BAFA steuerlich zu behandeln ist, dazu gibt es bislang noch keine genauen Aussagen. Zu vermuten ist aber, dass er als Betriebseinnahme den Gewinn erhöht und entsprechend zu versteuern ist.

Regelmäßig stellt sich beim Kauf betrieblich genutzter Fahrzeuge auch die Frage, nach welchem Entgelt sich der Vorsteuer-Abzug berechnet. Es ist anzunehmen, dass die vom Händler gezahlte Kaufprämie das für die Umsatzsteuer maßgebliche Entgelt nicht mindert. Damit wäre es möglich die Vorsteuern aus dem ungekürzten Verkaufspreis geltend zu machen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass hier die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer zählt.

Wichtig: Für umsatzsteuerliche Zwecke gilt der Listenpreis inklusive Batteriesystem. Hier kann keine Kürzung der Aufwendungen vorgenommen werden.

Gut zu wissen...

  • Das Strom tanken beim Arbeitgeber gilt nicht als geldwerter Vorteil und ist damit steuerfrei.

  • Reine Elektrofahrzeuge sind bei Erstzulassung bis 31.12.2020 5 Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Das gilt jedoch nicht für Hybridfahrzeuge und Elektrofahrzeuge, die mit einem Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer.

  • Städte und Gemeinden können spezielle Regelungen zur Förderung von E-Fahrzeugen treffen. Das können z.B. kostenlose Parkplätze für E-Autos sein oder die Lockerung bestimmter Zufahrtsbeschränkungen. Hierfür kann man spezielle E-Nummernschilder beantragen.

  • Im Zuge der Subventionierung sollen auch 15.000 neue Ladesäulen (davon mind. 5.000 Schnellladesäulen) installiert werden.

  • Der Anteil von Elektrofahrzeugen am bundeseigenen Fuhrpark soll ein Fünftel betragen.

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