Steuerliches Aus für bedingungslose Firmenwagennutzung bei Minijob im Ehegattenbetrieb

 - 

Die Überlassung eines Firmenwagens zur uneingeschränkten Privatnutzung ohne Selbstbeteiligung ist bei einem Minijob-Beschäftigungsverhältnis unter Ehegatten fremdunüblich. Der Arbeitsvertrag ist daher steuerlich nicht anzuerkennen, entschied der BFH.

Konkret ging es dabei um folgendes:

Ein Unternehmer beschäftigte seine Ehefrau im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) als Büro-, Organisations- und Kurierkraft für 400 Euro monatlich. Er überließ seiner Frau hierfür einen Pkw, den sie auch privat nutzen durfte. Der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung wurde nach der 1%-Methode ermittelt und mit 385 Euro monatlich angesetzt. Dieser Betrag wurde vom Arbeitslohn der Ehefrau abgezogen.

Im Rahmen einer Betriebsprüfung erkannte das Finanzamt das Arbeitsverhältnis nicht an und erhöhte den Gewinn des Unternehmers um die Kosten für den Pkw sowie den Lohnaufwand für die Ehefrau. Argument des Finanzamtes: Eine solche Vereinbarung wäre mit fremden Arbeitnehmern nicht geschlossen worden.

Während die Richter des erstinstanzlich entscheidenden FG Köln noch der Ansicht des Unternehmers gefolgt waren und den Arbeitsvertrag anerkannt hatten, setzte sich nun das Finanzamt mit seiner Revision vor dem BFH durch. Ergebnis also: Das Arbeitsverhältnis wird nicht anerkannt (BFH-Urteil vom 10.10.2018, Az. X R 44/17).

Ehegatten-Arbeitsverhältnisse werden vom Finanzamt mit Skepsis betrachtet – oft nicht ganz zu Unrecht. Für die Anerkennung ausschlaggebend ist vor allem der sogenannte Fremdvergleich, also die Antwort auf die Frage: Hätte man einen solchen Vertrag auch mit Mitarbeitern abgeschlossen, mit denen man nicht verheiratet oder anderweitig verwandt ist?

Weitere News zum Thema
  • [] Mit der Reform des Reisekostenrechts im Jahr 2014 wurde für Arbeitnehmer im EStG der Begriff der ersten Tätigkeitsstätte eingeführt. Fahrten dorthin sind nur mit der Entfernungspauschale absetzbar, Fahrten zu weiteren Tätigkeitsstätten dagegen steuerlich günstiger mit der Reisekostenpauschale. Für Selbstständige fehlt es an einer vergleichbaren gesetzlichen Definition der ersten Betriebsstätte. mehr

  • [] Prüfingenieure sind zwar grundsätzlich Freiberufler. Bei einer Personengesellschaft, deren Gesellschafter zwar Prüfingenieure sind, die jedoch den überwiegenden Teil der Prüftätigkeiten durch angestellte Prüfingenieure durchführen lässt und sie dabei nur stichprobenartig überwacht, liegen aber gewerbliche Einnahmen vor mehr

  • [] Die Berater und Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) haben die Studie "Betriebsprüfung 2018" vorgestellt, in der sie die aktuellen Prüfungsschwerpunkte der Betriebsprüfung gesammelt haben. Für die Studie wurden Steuer- und Finanzexperten aus mittelständischen und größeren Unternehmen aus ganz Deutschland befragt. mehr

Weitere News zum Thema