Selbstständige Versicherungsvermittler können rentenversicherungspflichtig sein

 - 

Ein selbstständiger Versicherungsvermittler unterliegt der Rentenversicherungspflicht, wenn er mindestens 5/6 seines Umsatzes mit einem einzigen Auftraggeber erzielt und er keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt.

Wenn ein eindeutig als Selbstständiger einzustufender Versicherungsvertreter mit einer einzigen Vertriebsgesellschaft zusammenarbeitet, so ist er nach Auffassung des Landesozialgerichts Baden-Württemberg im wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig und unterliegt damit der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung gem. § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI. Er muss dann alleine den Gesamtbeitrag von derzeit 19,6 % zahlen.

Die Versicherungspflicht lässt sich allerdings vermeiden, wenn der Versicherungsvermittler in seinem Betrieb einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt oder wenn er mehrere Minijobber beschäftigt, die zusammen auf einen monatlichen Bruttolohn von über 400,00 € kommen (LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 1.2.2011, L 11 R 2461/10 ). Durch den Einsatz von selbstständig tätigen Untervertretern kann die Versicherungspflicht jedoch nicht umgangen werden. Das Landessozialgericht liegt damit auf einer Linie mit einem früheren gleichlautenden Urteil des Bundessozialgerichts.

Weitere News zum Thema

  • 1%-Methode und Listenpreis bei Taxis

    [] Mit der Ermittlung des Listenpreises von Taxis bei der 1 %-Regelung beschäftigte sich das FG Düsseldorf: Im zu entscheidenden Fall gab es unterschiedliche Listen für Taxis und "normale" Fahrzeuge. mehr

  • Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften ab 2017

    [] Ab 2017 unterliegt die Verpachtung der Jagd mit dem Regelsteuersatz von 19 % der Umsatzsteuer. Eine Übergangsregelung ermöglicht jedoch die Anwendung des bisherigen Rechts bis Ende 2020, der Antrag hierzu muss bis 31.12.2016 gestellt werden. Darauf weist das LfSt Bayern hin. mehr

  • Investieren soll steuerlich interessanter werden

    [] Die Bundesregierung will die Rahmenbedingungen für die Kapitalausstattung und das weitere Wachstum von Unternehmen verbessern und hat dazu den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften beschlossen. mehr

  • Umsatzsteuerliche Einordnung einer Online-Partnervermittlung

    [] Mit auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen i.S. des Umsatzsteuerrechts beim Bereitstellen einer Datenbank (Suchmaschine) im Internet hat sich der BFH beschäftigt. Einfacher ausgedrückt ging es um eine Online-Partnervermittlung. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.