SAP-R/3-Beraterin nicht als Freiberufler anerkannt

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Ein aktuelles Urteil zeigt, dass es für im EDV-Bereich selbstständig tätige Nicht-Akademiker fast unmöglich ist, als Freiberufler anerkannt zu werden und damit von der Gewerbesteuer befreit zu sein.

Eine Frau war nach achtmonatiger Ausbildung zum Systemverwalter als SAP-R/3-Beraterin selbstständig tätig. Sie hatte kein akademisches Studium abgeschlossen. In ihrer Steuererklärung ging sie von freiberuflichen Einkünften als EDV-Beraterin aus. Aber damit kam sie beim Finanzamt nicht durch.

Auch ihre Klage vor dem Finanzgericht war nicht erfolgreich. Das Finanzgericht war nämlich der Meinung, sie müsse nachweisen, dass sie in allen Kernbereichen des Vergleichsberufs Diplom-Informatiker die erforderlichen Kenntnisse habe, wenn sie als Freiberufler anerkannt werden wolle. In Bezug auf die Grundlagenfächer Mathematik und Theoretische Informatik beurteilte jedoch der vom Gericht hinzugezogene Sachverständige ihren Wissensstand als nicht ausreichend. Nach Aussage der Beraterin kamen solche Fragestellungen in ihrer praktischen Tätigkeit nicht vor.

Die Richter betonten, dass Mathematik ein Grundlagenfach beim Informatik-Studium sei, auch wenn es nur etwa 7 % des gesamten Lehrstoffes ausmache. Deshalb könne fehlendes mathematisches Fachwissen auch nicht durch profunde Kenntnisse in Entwicklung, Implementierung und Betreuung von Software ausgeglichen werden. Und damit blieb es bei gewerblichen Einkünften und der Gewerbesteuerpflicht (Hessisches FG vom 10.5.2012, 8 K 2576/10 ).

Das Urteil macht leider wieder deutlich, dass es für jemanden ohne akademisches Studium fast unmöglich ist, aufgrund von Selbststudium und Learning by doing von der Rechtsprechung steuerlich als Freiberufler anerkannt zu werden.

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