Pauschale Fahrtkostenerstattung ist kein steuerfreier Arbeitslohn

 - 

Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitgeber einem Arbeitnehmer für seine Dienstfahrten aus Bequemlichkeit einen Pauschalbetrag steuerfrei zahlen, ohne einen Einzelnachweis über die beruflichen Fahrten zu führen. Doch das geht steuerlich ins Auge, da mit großer Sicherheit der Lohnsteuerprüfer darauf stößt und dann eine Lohnsteuernachzahlung fällig wird.

Laut Arbeitsvertrag hatte ein Arbeitgeber seiner Arbeitnehmerin neben dem Gehalt eine monatliche pauschale Abgeltung bis 300 km für betriebliche Fahrten mit ihrem Privat-Pkw zu zahlen. Das ergab monatlich einen steuerfrei ausgezahlten Betrag in Höhe von 90 € (300 km × 0,30 €). Das Finanzamt behandelte diese Zahlungen jedoch als steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Mit seiner Klage hatte der Arbeitgeber keinen Erfolg. Das Finanzgericht hielt die unvollständigen und im Nachhinein erstellten Unterlagen über die tatsächlich durchgeführten Fahrten nicht für ausreichend als Voraussetzung für eine steuerfreie Fahrtkostenerstattung. Der Nachweis, dass dem Arbeitnehmer ein entsprechender Aufwand entstanden sei, könne nur durch detaillierte Aufzeichnung der betrieblich veranlassten Fahrten erbracht werden (Sächsisches FG vom 21.10.2010, 1 K 1564/06 ).

Ebenso wenig sind pauschal gezahlte Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit steuer- und sozialversicherungsfrei, die ohne Rücksicht auf den Umfang der tatsächlich erbrachten Sonntags- oder Nachtarbeit gezahlt werden, wenn es nicht am Jahresende zu einer Einzelabrechnung kommt. Auf diese kann nur ausnahmsweise verzichtet werden, wenn die Arbeitsleistung fast ausschließlich nachts erbracht wird.

Weitere News zum Thema
  • [] Mit der Reform des Reisekostenrechts im Jahr 2014 wurde für Arbeitnehmer im EStG der Begriff der ersten Tätigkeitsstätte eingeführt. Fahrten dorthin sind nur mit der Entfernungspauschale absetzbar, Fahrten zu weiteren Tätigkeitsstätten dagegen steuerlich günstiger mit der Reisekostenpauschale. Für Selbstständige fehlt es an einer vergleichbaren gesetzlichen Definition der ersten Betriebsstätte. mehr

  • [] Prüfingenieure sind zwar grundsätzlich Freiberufler. Bei einer Personengesellschaft, deren Gesellschafter zwar Prüfingenieure sind, die jedoch den überwiegenden Teil der Prüftätigkeiten durch angestellte Prüfingenieure durchführen lässt und sie dabei nur stichprobenartig überwacht, liegen aber gewerbliche Einnahmen vor mehr

  • [] Die Berater und Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) haben die Studie "Betriebsprüfung 2018" vorgestellt, in der sie die aktuellen Prüfungsschwerpunkte der Betriebsprüfung gesammelt haben. Für die Studie wurden Steuer- und Finanzexperten aus mittelständischen und größeren Unternehmen aus ganz Deutschland befragt. mehr

Weitere News zum Thema