Mahlzeit: Lassen Sie sich von der Umsatzsteuer nicht den Appetit verderben

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Wer einen Imbissstand betreibt, muss viel investieren und zahlreiche Auflagen erfüllen. Und dann kommt auch noch die Steuer! Ob Weinfest oder Weihnachtsmarkt: Wissen Sie eigentlich, wie viel Umsatzsteuer Sie auf verkaufte Speisen und Getränke erheben müssen?

Für Imbissstände gilt: Die Speisen unterliegen dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7%. Vorausgesetzt, Sie stellen Ihren Kunden keine Tische oder Ähnliches zur Verfügung. Dann sind 16% USt fällig, denn es liegt ein nicht begünstigter »Verzehr an Ort und Stelle« vor.

Dabei zeigt sich das Finanzgericht Köln jedoch großzügig. Eine Thekenumrandung um den Imbisstand, die als reine Verkaufstheke dient, ist keine »Vorrichtung für den Verzehr an Ort und Stelle«, so die Richter. Auch Ablagebretter an Kiosken, Verkaufsständen und Würstchenbuden gehören nicht dazu - unabhängig von Form und Größe. Stattdessen müssten schon Tische, Stehtische, Stühle oder Verzehrtheken mit Barhockern zur Verfügung gestellt werden, um eine Besteuerung mit 16% zu rechtfertigen (Urteil vom28.9.2005, nicht rkr., Az. der Revision: BFH, V R 58/04).

Für die Außer-Haus-Lieferung von Menüs gelten andere Spielregeln

Die Abgabe der Speisen unterliegt dem ermäßigten Steuersatz von 7%, während für die Lieferung von zubereitetem Kaffee, Tee oder anderen Getränken 16% USt anfallen. Oft werden aber auch komplette Menüs ausgeliefert, die sich aus Speisen und Getränken zusammensetzen. Der Preis für ein Menü ist geringer als die Summe der Einzelpreise für Speise und Getränk.

Dazu führt die Oberfinanzdirektion Hannover aus:

  • Die Lieferung eines Menüs im Außer-Haus-Verkauf stellt keine einheitliche Leistung dar, sondern es werden mehrere Lieferungen ausgeführt.
  • Der Unternehmer kann den Gesamtpreis des Menüs auf die einzelnen Leistungsbestandteile aufteilen.
  • Im Hinblick auf die unterschiedlichen Umsatzsteuersätze darf die Aufteilung jedoch nicht rechtsmissbräuchlich erfolgen.

(OFD Hannover, Verfügung vom 11.1.2005).

Unser Steuertipp:

Am günstigsten ist eine Aufteilung mit einem hohen Preisanteil für Speisen (7% Umsatzsteuer). Aber beachten Sie: Auch mit den im Menü enthaltenen Getränken muss ein realistischer Gewinn erzielt werden. Es darf also nicht der gesamte Menüpreis auf die Speisen entfallen.

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