KG: Keine freiberuflichen Einkünfte bei Beteiligung einer GmbH

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Ist an einer Personengesellschaft eine GmbH als Mitunternehmerin beteiligt, kann die Personengesellschaft keine Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit haben. Das bestätigte das FG Hamburg.

Die Richter wiesen darauf hin, dass eine Personengesellschaft nur dann eine Tätigkeit entfalte, die die Ausübung eines freien Berufes im Sinne von § 18 EStG darstellt, wenn bei sämtlichen Gesellschaftern die Merkmale eines freien Berufes erfüllt sind. Eine mit Einkünfteerzielungsabsicht unternommene Tätigkeit einer Personengesellschaft sei hingegen als Gewerbebetrieb zu qualifizieren, wenn einer der Gesellschafter keinen freien Beruf ausübt oder eine Kapitalgesellschaft mitunternehmerisch beteiligt ist.

GmbH schadet – egal ob als Komplementärin oder Kommanditistin

In diesem Sinne sei eine GmbH bei der einkommen- und gewerbesteuerlichen Qualifikation der Tätigkeit einer Kommanditgesellschaft (KG) als berufsfremde Person zu werten – egal ob die GmbH dabei als Komplementärin oder Kommanditistin beteiligt ist (FG Hamburg vom 7.1.2016, 6 K 147/15 ).

Hintergrund: Schließen sich Freiberufler zu einer Personengesellschaft zusammen, erzielen die Gesellschafter als Mitunternehmer nur dann freiberufliche Einkünfte, wenn alle Gesellschafter freiberufliche Leistungen erbringen. Sind Leistungen auch nur eines Gesellschafters als gewerblich einzustufen, wirkt sich das regelmäßig auf die Einkunftserzielung aller Gesellschafter aus. Die Gewerblichkeit färbt ab, sodass die Personengesellschaft insgesamt gewerblich tätig ist. Anders als bei Einzelunternehmern ist eine Trennung in freiberufliche und gewerbliche Einkünfte nicht möglich.

Diese Abfärberegelung ist leider verfassungsgemäß (BVerfG, Beschluss vom 15.1.2008, 1 BvL 2/04 ).

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