Keine Klinik unter Palmen: Der Bürokratieabbau zuckt nur (Glosse)

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Null-Linie - das kennen wir aus den Arztserien, das ist, wenn die Maschine am Krankenbett piepst. Dann wirds hektisch und entweder wird der Patient gerade so nochmal gerettet, oder es ist leider zu spät. Dass jetzt flächendeckend die Bürokratiekosten in einer so genannten Null-Linien-Messung erfasst werden sollen, drängt gewisse Interpretationen zum Zustand unseres Landes auf.

Null-Linie bedeutet bei der Messung der Bürokratiekosten: Das sind die jetzigen Kosten, sie werden in Zukunft als Vergleichsbasis dienen. Werte unterhalb der Null-Linie sind also in diesem Fall erstens möglich und zweitens erstrebenswert.

Leider, leider werden wir sie wohl nie erreichen. Denn schon jetzt werden die Anstrengungen torpediert: Zum Beispiel durch die geplante Neuregelung beim Betriebs-Pkw. Die 1%-Regelung soll beschränkt werden auf Fahrzeuge des notwendigen Betriebsvermögens. Das bedeutet: Viel mehr Unternehmer werden jetzt ein Fahrtenbuch führen (müssen). Bürokratiezuwachs auf beiden Seiten, einer muss schreiben, einer muss lesen...

Auch dass die Sozialversicherungsbeiträge nun drei Wochen früher gezahlt werden müssen, ist nur ein Buchungstrick, damit die Rentenkassen ein paar Milliarden Euro mehr aufs Konto bekamen. Den Mehraufwand hatten die Unternehmer, von Bürokratieabbau keine Spur.

Wir werden uns also auch in Zukunft auf Szenen wie diese gefasst machen müssen:

Oberärztin Dr. Angela Merkel, heute im weißen Hosenanzug, ruft nach dem Defibrillator. »Machen Sie schnell, sonst verlieren wir den Patienten.« 1 - 2 - 3 - der Beamtenapparat zuckt. Kehrt der Puls zurück? Wird die Entbürokratisierung Erfolg haben? ...Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein...

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