Home Office: Nebenberuflich von zuhause arbeiten

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Der Kampf um die steuerliche Anerkennung des Arbeitszimmers ist meist zäh und hart – aber wenn das Finanzamt das Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden steuerlich anerkannt hat, sollen die laufenden Kosten natürlich so gut wie möglich abgesetzt werden.

Die Kosten des Arbeitszimmers erkennt der Fiskus voll als Betriebsausgaben an, wenn das Home-Office der Mittelpunkt Ihrer betrieblichen Tätigkeit ist – dort also wirklich das Herz Ihres Unternehmens liegt. Wer zum Beispiel nebenberuflich selbstständig ist oder im Home-Office zum Beispiel als Außendienstmitarbeiter nicht den Mittelpunkt der Tätigkeit hat, der kann die Kosten für das Arbeitszimmer zu Hause in der Regel bis zu 1.250 € steuerlich geltend machen.

Arbeitszimmerkosten absetzen: So wird gerechnet

Basis jeder Berechnung ist normalerweise die Größe des Büros im Verhältnis zur Größe Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses: Bei 150 m2 Gesamtfläche in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung sorgt ein Büro von 20 m2 dafür, dass 13,33 % aller Kosten absetzbar sind.

Neben dem Verteilungsschlüssel ist für die Kostenberechnung vor allem wichtig, welche Aufwendungen überhaupt steuerlich geltend gemacht werden können.

Miete und Nebenkosten

Den größten Posten machen erfahrungsgemäß die Aufwendungen für die Miete und die Nebenkosten aus. Hierzu zählen Aufwendungen für Heizung, Strom, Hausratversicherung sowie alle Kosten, die über die Nebenkostenabrechnung vom Vermieter abgerechnet werden. Berücksichtigt werden Miete und Nebenkosten inklusive möglicher Nachzahlungen zu den Nebenkosten – Erstattungen bei den Nebenkosten und Mietminderungen müssen natürlich abgerechnet werden.

Finanzierungskosten bei der eigenen Immobilie

Wenn Sie Ihre Immobilie als Eigentümer finanzieren, können Sie die Hypothekenzinsen für den auf das Arbeitszimmer anfallenden Anteil steuerlich geltend machen. Das gilt auch für alle mit dem Darlehen zusammenhängenden Kosten wie zum Beispiel Gebühren für den Grundbucheintrag oder Schätzkosten.

Zusätzlich sind natürlich wie beim Mieter die Betriebskosten steuerlich absetzbar sowie auch diejenigen Reparaturen, die nicht auf Mieter umgelegt werden dürfen.

Eigentümer können darüber hinaus noch die Abschreibung geltend machen: Die lineare Abschreibung liegt in aller Regel bei 2 % bei nach 1924 fertiggestellten Immobilien, bei 2,5 % bei allen anderen.

Renovierung

Meist werden mit dem Einzug in der ganzen Wohnung oder im Haus Modernisierungsarbeiten wie Maler- oder Teppichlegerarbeiten durchgeführt. Für die Kostenaufteilung ist Folgendes zu beachten: Wird der Bereich des Arbeitszimmers renoviert, sind die Kosten steuerlich voll absetzbar. Wird in den ausschließlich privat genutzten Räumen gearbeitet, können die Aufwendungen nicht als Arbeitszimmerkosten anerkannt werden. Bei gemischt genutzten Flächen wie dem Flur oder dem Treppenhaus sind die Kosten mit dem Arbeitszimmeranteil absetzbar.

Es hat sich bewährt, die Rechnungen bei Renovierungen aufzuteilen auf die Kosten, die im Arbeitszimmer ganz, bei in gemeinsam genutzten Räumen zum Teil und bei privat genutzten Räumen gar nicht als Betriebsausgaben absetzbar sind. So vermeiden Sie schwierige Aufteilungen.

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