Glosse: Kies, Schotter, Steine

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Der BFH hat sich mit einem Fall beschäftigt, in dem ein Steuerzahler plötzlich und unerwartet Kies in seinem Privatvermögen gefunden hat. Darauf warte ich seit Jahren: Unentdeckte Kiesvorkommen in meinem Privatvermögen.

Ich würde auch Schotter oder Steine nehmen, wenn sie sich denn unter der Matratze, im Sparstrumpf oder auf dem Girokonto fänden. Allerdings nicht einen ganzen Berg voll. Nicht weil ich so bescheiden bin, sondern: nur bergfreie Bodenschätze sind zunächst herrenlos, erklärt das Urteil des BFH . Und nur herrenlose Schätze darf ich behalten (BFH, Urteil vom 4.12.2006, Az. GrS 1 /05).

Der Steuerzahler mit den unerwarteten Kiesvorräten, heißt es in der Pressemitteilung des BFH, wollte dann die »Absetzung für Substanzverringerung« in Anspruch nehmen. Auch das ist eine prima Idee. Wenn sich das Kiesvorkommen in meinem Privatvermögen verringert (hier ein Buch, da eine CD oder einfach mal das Auto volltanken), dann kann ich das absetzen und habe steuerliche Vorteile. Ich würde meinen Kies hemmungslos abbauen, das können Sie mir glauben.

Leider bleibt das alles nur ein Traum: Denn der BFH war mit dem Finanzamt einer Meinung, dass es hier natürlich keine »Absetzung für Substanzverringerung« geben könne. Also werde ich wohl doch meine Bank anrufen. Und mit ihr über die Erhöhung meines Dispo-Kredits sprechen.

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