Gewerbesteuer: ohne Einkommensteuer keine Anrechnung

 - 

Wirtschaften Sie als Gewerbetreibender erfolgreich, ist Gewinn Ihr Lohn. Ab einer bestimmten Höhe ist dieser zu versteuern. Das unangenehme bei gewerblichen Einkünften: Zu entrichten ist nicht nur Einkommensteuer, sondern regelmäßig auch Gewerbesteuer.

Der Gewinn eines Gewerbetreibenden unterliegt damit oft der steuerlichen Doppelbelastung. Aus diesem Grund sieht das Gesetz die Möglichkeit vor, einen Teil der gezahlten Gewerbesteuer auf die Einkommensteuerschuld anzurechnen. Das ist nur gerecht. Aber was geschieht, wenn im Anrechnungsjahr gar keine Einkommensteuer zu zahlen ist?

Dann hat ein Gewerbetreibender Pech gehabt, meint nicht nur das Finanzamt, sondern auch das Finanzgericht München (Urteil vom 22.11.2005, Az. 12 K 2318/04). Die gezahlte Gewerbesteuer wirkt sich in einem solchen Fall nicht auf die Einkommensteuerschuld aus. Wo keine Last zu tragen ist, da ist auch keine Entlastung notwendig, so das Gericht.

Abgelehnt wurde daher der Antrag eines Gewerbetreibenden auf Feststellung einer negativen Einkommensteuer oder alternativ eines rück-/vortragsfähigen Anrechnungsüberhangs. Dadurch kann die gezahlte Gewerbesteuer nicht mit der Einkommensteuerschuld in einem anderen Jahr verrechnet werden. Gegen die Entscheidung des FG München wurde allerdings Revision eingelegt (Az. des BFH: X R 32/06).

Steuertipp
Können Sie die von Ihnen gezahlte Gewerbesteuer ebenfalls nicht auf Ihre Einkommensteuerschuld anrechnen? In diesem Fall sollten Sie unter Hinweis auf das beim BFH anhängige Verfahren Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen und gleichzeitig das Ruhen des Verfahrens beantragen.

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.