EÜR oder Bilanz: Wahl darf im gleichen Jahr nicht wieder geändert werden

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Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz? Die für ein Wirtschaftsjahr einmal getroffene Wahl kann nachträglich nicht mehr geändert werden.

Maßgeblich für die Ausübung des Gewinnermittlungswahlrechts ist die tatsächliche Handhabung der Gewinnermittlung. Das erklärt der BFH in einem aktuell veröffentlichten Urteil.

Als Beweisanzeichen dafür, dass ein Einzelunternehmer die fertiggestellte Gewinnermittlung als endgültig ansieht, könne u.a. die Tatsache gewertet werden, dass er sie z.B. durch die Übersendung an das Finanzamt in den Rechtsverkehr begibt, präzisierten die Richter.

Nach einer wirksam ausgeübten Wahl der Gewinnermittlungsmethode ist ein wiederholter Wechsel der Gewinnermittlungsart für das gleiche Wirtschaftsjahr auch vor Eintritt der Bestandskraft nur bei Vorliegen eines besonderen Grundes zulässig. Der bloße Irrtum über die steuerlichen Folgen dieser Wahl ist kein solcher Grund, entschied der BFH (Urteil vom 2.6.2016, Az. IV R 39/13).

Hintergrund: Wann dürfen Sie die Gewinnermittlungsart wechseln?

Ein nicht buchführungspflichtiger Unternehmer hat grundsätzlich die freie Wahl, ob er seinen Gewinn mithilfe einer Bilanz oder einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt. Der Wechsel der Gewinnermittlungsart ist jedoch immer nur auf den 1.1. des Jahres möglich, also nie während des Jahres.

Der Gesetzeswortlaut sieht keine zeitliche Einschränkung des Wahlrechts der Gewinnermittlungsart vor. Dennoch dürfen Sie nicht beliebig zwischen den beiden Gewinnermittlungsarten hin- und herwechseln. Denn der Wechsel der Gewinnermittlungsmethode ist kompliziert und fehleranfällig. Er erfordert die Ermittlung eines Übergangsgewinns und ist daher mit erheblichem Verwaltungsaufwand für den Unternehmer und auch das Finanzamt verbunden.

Aus diesem Grund ist nach Auffassung des BFH ein Unternehmer nach einem Wechsel der Gewinnermittlungsart grundsätzlich für drei Jahre an diese Wahl gebunden. Nur wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben und es einen vernünftigen wirtschaftlichen Grund gibt (beispielsweise bei Umwandlungs- oder Einbringungsfällen), ist ausnahmsweise innerhalb des 3-Jahres-Zeitraums ein erneuter Wechsel zulässig.

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