EÜR oder Bilanz? Das sollten Sie sich vorher gut überlegen!

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Für die Ermittlung des Jahresgewinns gibt es zwei unterschiedliche Verfahren: Die Bilanz oder die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Ein nicht buchführungspflichtiger Unternehmer kann sich frei entscheiden. Allerdings ist er nach einem Wechsel laut BFH-Rechtsprechung dann drei Jahre lang gebunden, kann also nicht beliebig oft hin- und herspringen.

Die Entscheidung sollte daher gut überlegt sein. Ein Urteil macht deutlich, wodurch das Wahlrecht ausgeübt wird und welche Nachteile unter Umständen mit der Entscheidung gegen eine Bilanz verbunden sind.

Ein Selbstständiger gab seine Steuererklärung 2005 ab und fügte die Gewinnermittlung in Form einer Anlage EÜR bei. Er machte dabei als Betriebsausgabe eine hohe Teilwert-Abschreibung von 77.999,27 € für eine betriebliche Fehlinvestition geltend (Kauf einer inzwischen wertlosen Beteiligung).

Drei Jahre später strich ihm das Finanzamt nach einer Betriebsprüfung die Teilwertabschreibung mit der Begründung, eine Teilwertabschreibung sei nur bei einer Bilanz, nicht aber bei einer EÜR möglich. Flugs beantragte der Unternehmer den Wechsel der Gewinnermittlungsart und reichte für das Jahr 2005 eine nachträglich erstellte Bilanz ein. So wollte er die hohe Steuernachzahlung umgehen.

Das Finanzamt und später auch das Finanzgericht machten jedoch nicht mit. Ein Wechsel sei nur bis zur formellen Bestandskraft, also bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung möglich. Dieser Zeitpunkt aber war längst vorbei. Durch das Einreichen einer EÜR für 2005 beim Finanzamt habe er sein Wahlrecht zwischen den beiden Gewinnermittlungsarten bindend ausgeübt. Ein Umstieg auf die Bilanz ist danach für dieses Jahr nicht mehr möglich. Die Teilwert-Abschreibung blieb ihm daher versagt (Schleswig-Holsteinisches FG vom 26.7.2011, 2 K 123/10 ; Az. der Revision IIIR 13/13). Der Unternehmer hat gegen die Entscheidung Revision eingelegt (Az. des BFH: III R 13/13).

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