Erbschaftsteuerreform: Der Weg ist frei

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Union und SPD haben sich auf eine Reform der Erbschaftsteuer geeinigt. Damit ist der Weg frei für eine verfassungsgemäße Regelung ab 2009. Das sind die Kernpunkte der Reform.

Selbst genutztes Wohneigentum bleibt meist steuerfrei

Witwen, Witwer und Kinder des Erblassers müssen keine Erbschaftsteuer auf eine vererbte Immobilie zahlen, wenn sie diese mindestens 10 Jahre lang selbst nutzen. Das gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Eine Obergrenze beim Immobilienwert gibt es dabei nicht.

Für Kinder bleibt die Immobilie allerdings nur dann steuerfrei, wenn die Wohnfläche nicht größer als 200 Quadratmeter ist.

Dagegen wird Erbschaftsteuer für alle Erben fällig, wenn es innerhalb von 10 Jahren zu einer Vermietung, einem Verkauf oder zu einer Nutzung des ererbten Wohneigentums als Zweitwohnsitz kommt.

Wie hoch sind künftig die Freibeträge?

Unabhängig von selbst genutztem Wohneigentum gilt es zusätzlich  Vermögensfreibeträge von 500.000 Euro für Ehepartner (bisher 307.000 Euro) und 400.000 Euro für Kinder (bisher 205.000 Euro).

Welche Regeln gelten für Firmenerben?

Firmenerben werden unter bestimmten Bedingungen von der Erbschaftsteuer befreit. Dabei gibt es zwei Optionen, zwischen denen sich Firmenerben entscheiden können. Diese Wahl ist bindend und kann nicht revidiert werden.

Option 1: Firmenerben, die den ererbten Betrieb im Kern sieben Jahre fortführen, werden von der Besteuerung von 85% des übertragenen Betriebsvermögens verschont. Voraussetzung: Die Lohnsumme beträgt nach sieben Jahren nicht weniger als insgesamt 650% der Lohnsumme im Jahr der Erbschaft. Daneben darf der Anteil des Verwaltungsvermögens am betrieblichen Gesamtvermögen höchstens 50% betragen.

Option 2: Firmenerben, die den ererbten Betrieb im Kern zehn Jahre fortführen, werden komplett von der Erbschaftsteuer befreit. Voraussetzung: Die Lohnsumme beträgt nach 10 Jahren nicht weniger als insgesamt 1000 % der Lohnsumme im Jahr der Erbschaft. Daneben darf der Anteil des Verwaltungsvermögens am betrieblichen Gesamtvermögen maximal 10% betragen.

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