Das geht oft schief: Teilbetriebsveräußerung

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Die hohen Steuervorteile beim Verkauf einer freiberuflichen Praxis kann es auch geben, wenn nicht alles verkauft wird. Voraussetzung: Es wird ein sogenannter Teilbetrieb veräußert. Der aber liegt nur dann vor, wenn der Freiberufler zwei organisatorisch selbstständige, völlig verschiedene Tätigkeiten mit unterschiedlichen Patienten-/Mandantenkreisen ausübt und nur einen Bereich davon verkauft. Diese strengen Anforderungen sind jedoch nur sehr schwer zu erfüllen.

Der Fall: Ein Arzt verkaufte seine Facharztpraxis für Radiologie mit Grundstück für DM 500.000,00. In dieser Praxis hatte er neben Radiologie auch noch Akupunktur ausgeübt. Die betreffenden Patientenakten wurden nicht mitveräußert. 13 Monate später eröffnete der Radiologe eine neue Praxis, in der er Akupunktur und Schmerztherapie anbot. Finanzamt und später auch Finanzgericht waren der Ansicht, der Arzt habe seine bisherige freiberufliche Tätigkeit fortgeführt und daher keinen Anspruch auf den halben Steuersatz (Schleswig-Holsteinisches FG vom 25.10.2006, 1 K 185/01, EFG 2007 S. 37).

Begründung: Trotz völlig unterschiedlichem Ansatz (Radiologie: Diagnostik; Akupunktur: Therapie) habe es sich nicht um getrennte Tätigkeitsbereiche gehandelt. Denn für alle Patienten gab es den gleichen Eingang, den gleichen Empfang, gleiches Personal, gleiches Telefon, und auch die Einnahmen flossen alle auf dasselbe Konto. Eine getrennte Gewinnermittlung für die beiden Bereiche gab es nicht.

Steuertipp
Bei der Steuervergünstigung für Teilbetriebsveräußerungen geht es oft um Zigtausend Euro. Sie sollten deshalb im Zweifel unbedingt professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Viele Urteile zeigen, dass die Abgrenzung schwierig ist und leider oft der steuerliche Super-Gau eintritt. Manchmal könnte durch frühzeitige Umorganisation und Einführung einer getrennten Gewinnermittlung für die beiden Bereiche die Steuerbegünstigung bei einem späteren Verkauf gesichert werden.

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