Clevere Lösung: Pauschalsteuer für kleine Geschenke sparen

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Die Finanzverwaltung hat angeordnet, dass Sachgeschenke an Kunden zu einem persönlichen Ereignis mit einem Wert bis zu 40 € als sogenannte Aufmerksamkeit steuerfrei bleiben.

Wenn ein Unternehmer Mitarbeitern, Kunden oder Geschäftsfreunden Geschenke macht, kann er dafür eine pauschale Steuer von 30 % übernehmen (§ 37b EStG). Damit ist dann die Besteuerung beim Empfänger abgegolten. Bisher bleiben nur Streuwerbeartikel mit einem Wert bis zu 10 € bei der Versteuerung außen vor. Bei Geschenken mit einem Wert über 10 € bis zu 35 € dagegen geht die Finanzverwaltung bisher davon aus, dass diese grundsätzlich unter die Pauschalversteuerung fallen. Der BFH prüft derzeit, ob diese kleinliche Auslegung der Vorschrift rechtmäßig ist (Az. des BFH: VI R 52/11).

Steuerfreie Aufmerksamkeiten nicht nur für Arbeitnehmer

Den Unmut vieler Unternehmer über daraus resultierende Steuernachzahlungen könnte nun eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte Verwaltungsvorschrift besänftigen (Rundverfügung der OFD Frankfurt/Main vom 10.10.2012, S 2297b A-1-St 222). Cleverer Dreh der Finanzverwaltung: Der bisher nur im Lohnsteuerrecht verwendete Begriff der steuerfreien Aufmerksamkeit (R 19.6 LStR 2011) wird einfach auf Dritte ausgedehnt. Das führt auf wundersame Weise zur Steuerfreiheit, und damit ist die Kuh vom Eis.

Bei einem Arbeitnehmer bleiben nämlich Aufmerksamkeiten steuerfrei und deshalb muss der Arbeitgeber auch keine pauschale Steuer dafür zahlen. Unter einer Aufmerksamkeit versteht man Sachgeschenke mit einem Wert bis zu 40 € inkl. Umsatzsteuer, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer oder dessen Angehörigen anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses zuwendet. Auf diese Ausnahmeregelung können Sie sich also jetzt berufen, wenn Sie Kunden oder Geschäftspartnern kleine Sachgeschenke beispielsweise anlässlich ihres Geburtstags machen. Am besten beachten Sie zusätzlich die 35-Euro-Grenze. Denn nur dann dürfen Sie das Geschenk als Betriebsausgabe abziehen.

Beispiel:

Der Feinkosthändler Herr Maier schenkt allen Stammkunden zu ihrem Geburtstag einen Blumenstrauß im Wert von 35 € zzgl. Umsatzsteuer. Es handelt sich um eine steuerfreie Aufmerksamkeit gegenüber Dritten, da der Bruttowert von 37,45 € die Freigrenze von 40 € nicht übersteigt. Herr Maier braucht daher keine Pauschalsteuer zu zahlen. Da der Nettowert des Geschenks die Grenze von 35 € nicht übersteigt, sind die Kosten zudem als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Hinweis: Bei einem Unternehmer ohne Vorsteuerabzug darf der Bruttowert des Geschenks die Grenze von 35 € nicht übersteigen.

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