Bitte nicht freundlich!

 - 

Jetzt ist es amtlich: Wer freundlich ist, macht sich verdächtig. Betriebsprüfern dürfen Sie nicht einmal mehr eine Tasse Kaffee anbieten! »Korruptionsbekämpfung« nennt sich das... Das Finanzministerium hat dazu einen Erlass ausgegeben, der genau regelt, was die Betriebsprüfer annehmen dürfen und was nicht (BMF, Erlass vom 16.2.2005).

Deutsche Finanzprüfer scheinen sehr günstig käuflich zu sein. Das Bundesfinanzministerium hat nämlich Angst, dass sie sich selbst von einer kostenlosen Tasse Kaffee dazu verleiten lassen, ein oder zwei Augen zuzudrücken. Klar, wenn vom heißen Kaffeedampf die Lesebrille beschlägt... Da kann man schon mal ein paar Zahlen übersehen.

Natürlich ist es wichtig und richtig, Korruption einen Riegel vorzuschieben. Größere Geschenke sollen Betriebsprüfer nicht annehmen dürfen. Die Frage ist nur: Wo ist die Grenze? Ob sich ein Beamter wirklich von einer Tasse Kaffee beeinflussen lässt, erscheint uns zweifelhaft.

Daher dürfen Sie jetzt theoretisch (fast) alle Grundlagen der Höflichkeit und Freundlichkeit über Bord werfen: kein Kaffee mehr, kein Tee, kein Mineralwasser, keine Kantinenverpflegung, keine Stifte oder Kugelschreiber, keine Abholung des Prüfers vom Bahnhof.

Warum nur »theoretisch«? Weil wir meinen, dass sich Selbstständige, bei denen der Betriebsprüfer anklopft, nicht jedes »bitte« und »danke« verkneifen brauchen. Denn freundlich behandelt werden will schließlich jeder. Und dazu gehört an einem langen Arbeitstag eben auch mal ein belegtes Brötchen oder eine Tasse Kaffee. Vielleicht sogar mit einem Keks dazu.

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.